Zweite
ernste Verwarnung.
Gedichte von Tadeusz
Rozewicz (2000, Hanser - Übertragung Henryk Bereska).
Besprechung von Hans Jürgen Balmes in Neue
Zürcher Zeitung vom 29.09.2001:
Unter den vier grossen polnischen Lyrikern der Nachkriegszeit ist Tadeusz Rozewicz vielleicht der bitterste. Czeslaw Milosz (geboren 1911) tritt gleich ihm entschieden gegen die national-fromme Lüge seiner Landsleute ein, glaubt aber an ein Wort jenseits aller Sprachen, das alle enthält; Wislawa Szymborska (geboren 1923), die Rozewicz in seinen Gedichten wie eine Schwester anspricht, behält ein sprödes, vielleicht gebrochenes, aber deutliches humanistisches Lächeln; Zbigniew Herbert (1924-1998) wartete geduldig vor Delfter Backsteinmauern auf Vermeer und lauschte auf eine grosse europäische Tradition, die von Kreta, Venedig, Prag, Krakau, ja bis Brabant reichte. In dieser Runde scheint Rozewicz der grosse Ungetröstete, die seismischen Spannungen der Kriegs- und Nachkriegsjahre bestimmen sein Werk bis in die letzten Verästelungen.:...Fortsetzung
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