Zeit die spricht.
333 Geschichten vom Leben von Eduardo Galeano (2005, Peter Hammer Verlag).
Besprechung von bin in den Nürnberger Nachrichten vom 11.06.2005:

333 Skizzen vom Leben
Der Schriftsteller Eduardo Galeano liest in Nürnberg

Mit seiner kritischen Publikation „Die offenen Adern Lateinamerikas“ machte Eduardo Galeano einst Furore. Am morgigen Sonntag ab 20 Uhr liest der uruguayische Publizist und Schriftsteller in der Villa Leon in Nürnberg (Philipp-Körber-Weg 1) aus seinem aktuellen Buch „Zeit die spricht“.

Eduardo Galeano war gerade mal 31 Jahre alt, als er 1971 mit seiner Publikation „Die offenen Adern Lateinamerikas“ in seinem Heimatland Uruguay für Aufsehen sorgte. Den Zensoren der ab 1973 herrschenden Militärs war die Geschichte der imperialistischen Ausbeutung Lateinamerikas ein Dorn im Auge, und der politisch links orientierte Publizist musste Uruguay bald verlassen. Erst 1985, nach dem Ende der Militärdiktatur, kehrte er aus dem spanischen Exil in seine Heimat zurück. Heute lebt er in Montevideo.

Sein damals so brisantes Buch war in den letzten Jahrzehnten Pflichtlektüre für all jene, die sich intensiv mit der Geschichte, Politik und Wirtschaft Lateinamerikas befassten. Von einer anderen Seite zeigt sich der heute 64-Jährige, der sich außer als Publizist vor allem als Schriftsteller versteht, etwa mit seiner Geschichte des Fußballs: „Der Ball ist rund“ (1997) ist eine mit kritischen Untertönen angereicherte, heiter-verspielte Hommage an ein verspieltes und volksnahes Spektakel. Auf den deutschen Buchmarkt gelangten außerdem unter anderem die Trilogie „Erinnerung an das Feuer“, ein literarisches Mosaik der Geschichte Lateinamerikas, und das „Buch der Umarmungen“.

In Nürnberg liest Eduardo Galeano aus seinem erst kürzlich auf Deutsch erschienenen Buch „Zeit die spricht“. Darin bündelt er 333 kurze, zum Teil ganz unscheinbare Geschichten, Anekdoten, Skizzen und Weltnachrichten, aber auch Parabeln und altamerikanische Mythen zu einer Art Universalgeschichte. Die Vorlagen dazu lieferte ihm das Leben der Gegenwart und Vergangenheit. Die deutsche Übersetzung der Miniaturen liest sein langjähriger Verleger Hermann Schulz.

[...diese und weitere Besprechungen finden Sie unter Nürnberger Nachrichten]

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