Werke und Briefe in vier Bänden.
Band 4: Briefe der Bettine von Arnim (2004, Deutscher Klassiker Verlag, hrsg. von
Heinz Härtl, Ulrike Landfester, Sibylle von Steinsdorff in Zusammenarbeit mit Ursula Härtl, Bettina Kranzbühler, Walter Schmitz).
Besprechung von rh in Neue Zürcher Zeitung, 18.9.2004:

Bettines Briefe

rh. «Schreibaufmerksamkeit»: Dieses schöne Wort Bettine von Arnims aus einem ihrer Briefe kann - in einem weiten und doch auch sehr konkreten Sinne - als Charakteristikum ihres Lebens und ihres literarischen Schaffens verstanden werden. Zu ergänzen ist es freilich um ein Adjektiv: Bettines Schreibaufmerksamkeit war wesentlich epistolarer Natur. Bettine war von Natur aus Briefschreiberin; aber auch sozusagen von Kultur aus, steht sie doch mit ihren Hauptwerken in einer literarischen Tradition, die ihre Grossmutter, Sophie von La Roche, in Deutschland gesellschaftsfähig gemacht hatte. Ihre drei grossen Werke sind Briefromane, zu denen sie reale Briefwechsel durch umfangreiches freies Überarbeiten und Fiktionalisieren gestaltend umgestaltet hat. Zu diesen Brief-Collagen bildet der jetzt erschienene letzte Band der Bettine-von-Arnim-Edition des Deutschen Klassiker-Verlags eine Art Kontrast- und Komplementärprogramm. Er enthält 172 originale Briefe aus den Jahren 1802 bis 1856 in chronologischer Anordnung und in originaler Schreibweise. Sie ergeben einen repräsentativen Querschnitt durch Bettines Brief-Œuvre, nicht nur was das Adressaten- und Formenspektrum ihrer Briefe angeht, sondern auch was Bettines ausserordentliche Meisterschaft in der Vernetzung ihrer Korrespondenzen sowohl untereinander als auch mit ihren Büchern betrifft. Ihre epistolare Schreibaufmerksamkeit richtete sich auch auf solche «Schreibangelegenheiten» des effizienten Networking. Der Band, der auf vielfältigste Weise dokumentiert, wie bei Bettine von Arnim «alles aus innerer Lebendigkeit» kommt, enthält auch ein umfassendes Personen- und Werkeregister zu allen vier Bänden der schönen Edition.

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