H.G.Wells.Der
Prophet im Labyrinth.
Monografie von Elmar
Schenkel (2001, Zsolnay).
Besprechung von Herwig Weber aus Kurier-Online, 9.10.2001:
Kurz bevor sich der britische
Schriftsteller H.G.Wells 1897 daranmacht, seinen Roman "Krieg der Welten" zu
verfassen, erkundet er auf dem Fahrrad das potentielle Schlachtfeld: "Ich hacke
Woking kurz und klein - meine Nachbarn bringe ich auf schmerzhafte und exzentrische Weise
um - dann weiter über Kingston und Richmond nach London, das ich niedermache, wobei ich
South Kensington für besondere Greueltaten auserkoren habe."
Das Fahrrad beflügelt die Phantasie des umtriebigen Autors noch auf weit bemerkenswertere
Weise: In Wells' Wirkungsmächtigstem Roman dient der Drahtesel (mit einigen
Modifikationen, versteht sich) als Beförderungsmittel durch keine geringere Dimension als
die Zeit - "Die Zeitmaschine".
Prophet
Bei Herbert George Wells, einem der
Stichwortgeber der modernen Sience Fiction, gehen das "Triviale" und das
"Fantastische" eine wunderbare Symbiose ein, hinter der die Person des Autors
fast vollkommen verschwindet. Seine Imaginationen von Zeitreisen, Angriffen aus dem
Weltall, Kometeneinschlägen und genetischen Manipulationen auf der einen Seite und seine
sozialen Utopien einer geeinten Menschheit sind in der Gegenwart mächtige kulturelle
Gemeinplätze, die den Namen H.G.Wells verblassen lassen.
Auf Spurensuche
Auf Spurensuche begibt sich die nun die im Zsolnay-Verlag erschienene Monografie
"H.G.Wells - Der Prophet im Labyrinth." Der Anglist Elmar Schenkel folgt dem
Leben und Werk eines der bedeutendsten phantastischen Erzähler der Literaturgeschichte
und satirischem Sozialkritiker mit bemerkenswerter Akribie und sichtlicher Liebe zum
Objekt. Er befriedigt dabei den Literaturwissenschafter mit der Wirkungsgeschichte von
Wells' Werken ebenso, wie den am Menschen und seiner Zeit interessierten Leser. Durch
Schenkels unterhaltsame wie informative Arbeit erhält der Name H.G.Wells im
deutschsprachigen Raum wieder die scharfen Konturen, die ihm zustehen.
[...diese und weitere Besprechungen finden Sie unter www.kurier.at]
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