1.) - 3.)

1/4 Fund.
CD von A.J. Weigoni (2001, TTTT-Verlag).
Besprechung von Matthias Hagedorn:

Traditionelle Techniken sind der Kompass, mit dem man künsterische Ansprüche durch die neuen Medien navigieren kann, dies lehrt A. J. Weigonis Erfahrung bei spartenübergreifenden Projekten. Bei seinem HörBuch »1/4 Fund« verlässt er sich auf den ältesten Special-Effekt, den die Menschheit besitzt:

Die Stimme!

A. J. Weigoni trägt seine Gedichte nicht einfach vor, er gestaltet und verwirklicht sie. Es geht ihm um die Wahrhaftigkeit des Wortes. Seine Gedichte sind eine tonale Komposition mit sprachlichen Mitteln. Er vermag es poetische Performances zu Ereignissen zu machen, weil er den richtigen Rhythmus und die Melodie findet. Unangestrengt schafft er geflüsterte, gesprochene Sprachkunstwerke. Das Mondäne vereinigt sich mit dem Musikalischen; der Intellekt mit dem Sinnlichen. Er läßt mit Lust an der gesprochenen Sprache, an der Schönheit von Worten: Tonfall, Melodie und Rhythmus hören. Durch Intensität und Differenziertheit der Wahrnehmung, die in eine genuine Sprachmusik umgesetzt ist, rhythmisch, lautmalerisch und konsonantenreich macht er Sprache als Material sichtbar. Als SprachSpiel mit der Aufforderung zum Mitspielen.

Sie sind Spielgefährte!

»Letternmusik im Gaumentheater« ist ein Platz für den artistischen Bau autarker Sprachkonstrukte ausserhalb der alltäglichen Rede und normierter Sprachregularien. Dieses Freigelassene, Strömende entsteht durch Präzision, Klarheit und Konzentration. Diese Gedichte oszillieren zwischen dem lyrischen Protestgedicht und dem politischen Liebesgedicht. Sie sollen daran erinnern, was Poesie ursprünglich war: Gesang, Melodie und Rhythmus, Reim und Versmass, Litanei und Mythos.

Einst waren Interpreten Barden, Schamane, Seher, Troubadoure, waren Reisende in Sachen Liebe und Moral... im digitalen Zeitalter geht der Schrift der Sinn und damit die Sinnlichkeit immer mehr verloren; so scheint es. A. J. Weigoni sucht mit atmosphärischem Verständnis die Poesie im ältesten "Literaturclip", den die Menschheit kennt:

Dem Gedicht!

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2.)

1/4 Fund.
CD von A.J. Weigoni (2001, TTTT-Verlag).
Besprechung von Ioona Rauschan:

"Im digitalen Zeitalter geht der Schrift der Sinn und damit die Sinnlichkeit immer mehr verloren; so scheint es. A. J. Weigoni sucht die Poesie im ältesten "Literaturclip", den die Menschheit kennt: dem Gedicht. Das Langgedicht Señora Nada kommt in der klassischen Form eines Funkmonologs daher und fällt damit scheinbar weit hinter die Arbeiten etwa eines Günther Eich zurück... Weigoni bevorzugt es, durch Inhalte zu provozieren und nicht durch Dolby-Surround.
Señora Nada ist ein lyrisches Monodram über das Überwinden von Trauma und Schmerz durch Erkenntnis dank des Eindringens in die unoffenbarte Zwischenwelt. Die Welt zwischen Haben und Sein, zwischen Bestimmung und Freiheit, zwischen Jetzt und Immer."

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3.)

1/4 Fund.
CD von A.J. Weigoni (2001, TTTT-Verlag).
Besprechung von Axel Kutsch:

"Es gibt in der neueren Literatur nicht viele überzeugende Langgedichte - Das Geheul von Ginsberg, Der Untergang der Titanic von Enzensberger, und es ist sicher nicht übertrieben, wenn man in diesem Zusammenhang auch das lyrische Monodram Señora Nada von A. J. Weigoni erwähnt, vielleicht das faszinierendste deutschsprachige Langgedicht der 1990-er Jahre."

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