Uraufführung.
Gedichte von Vlado Franjevic (2001, BoD).
Besprechung von Prof. Dr. Mario Andreotti, St. Gallen:

Zu Vlado Franjevic’ jüngster Lyrik

Vlado Franjevic’ Gedichte in seinem neuesten Lyrikband Uraufführung, erschienen 2001 bei Books on Demand GmbH,  sind meist kurze, epigrammatische Texte, in denen der Autor mit sprachlichen Verkürzungen, mit stilistischen Verknappungen und Abbreviaturen von solcher Kühnheit arbeitet, dass der ausgelassene Kontext den Umfang des Niedergeschriebenen aufwiegt. Dabei spielt der Autor gekonnt mit den verschiedensten Formen, wie sie in der Geschichte der deutschen Lyrik seit dem Ende des 19.Jahrhunderts bekannt sind: mit der Form des naturalistischen Mittelachsen-Gedichts, aber auch mit expressionistischen und dadaistischen Formen bis hin zu Formen, die sich der konkreten Poesie der Nachkriegszeit nähern. Wer das freie Spiel der [sprachlichen] Signifikanten liebt, wie es für die Lyrik der Moderne bezeichnend ist, der sollte es nicht verpassen, einen Blick auf die jüngsten Gedichte von Vlado Franjevic zu werfen.

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