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Ungaretti.
Vierbängige Ausgabe von
Giusepe Ungaretti (1961-2000, Kirchheim-Verlag).
Besprechung von Paul Alfred
Kleinert, Berlin-Kreuzberg, 10/2011:
Zur vierbändigen
Ungaretti-Ausgabe des Kirchheim Verlages (München 1992-2001)
Giuseppe Ungaretti (1888-1970), neben
Saba (1883-1957),
Campana (1883-1932),
Montale (1896-1981), und
Quasimodo (1901-68) einer der Großen der
italienischen Literatur des 20ten Jahrhunderts, ist eine umfassende Edition des
Kirchheim Verlages gewidmet.
Diese besticht auf den ersten Blick durch ihre Gestaltung: fester Leineneinband mit Blind- und Regelprägung in Fadenheftung mit Lesebändchen, geschmackvolle Reihengestaltung sowie klarer Druck in entsprechendem Satzspiegel auf gutem Papier; auf den zweiten durch Übertragungen der Gedichte von Michael von Killisch-Horn* und die inhaltliche Gestaltung, für die, neben dem benannten Herausgeber, die an der Universität Heidelberg lehrende Angelika Baader (Verfasserin der ersten umfassenden Monographie Ungarettis**) verantwortlich zeichnet.
Während
die ersten drei bilingualen Bände das lyrische Gesamtwerk Ungarettis von 1914-70
präsentieren, umfasst der 4te Band die Reiseprosa der Jahre 1923-69.
In der Edition finden sich neben bereits Erschienenem Erstdrucke, auch solche, die in Italien noch nicht in Buchform oder nur in bibliophilen Kleinauflagen erschienen sind. Zudem gebührt der vorliegenden Ausgabe das Verdienst, die umfangreichste Edition ihrer Art im deutschen Sprachraum zu sein.
Alle Bände sind mit editorischen Hinweisen, entsprechendem Anmerkungsteil und Gedichtregister versehen und so gut zu nutzen.
Schwingen
einem bei den Übertragungen von Texten noch jene der
Bachmann, der
Domin oder
Celans im Ohr, so sind die vorliegenden in ihrer Art eigenständig und haben
nach Ansicht des Rezensenten sehr wohl neben denen der Benannten Bestand.
Die Reiseprosa Ungarettis zeigt diesen unterwegs mit Aphorismen und treffenden Einschätzungen zu Örtlichkeiten und Ethnien (etwa in seinem Verhältnis zu Juden); das in bislang im deutschen Sprachraum unbekannten und unzugänglichen Texten, vom Autor zumeist für Zeitungen und Zeitschriften geschrieben.
Bedauerlich ist der Abbruch des ursprünglichen Kirchheim’schen Editionsplanes, nach dem vorliegenden 4ten Band in zwei weiteren Bänden das gesamte Prosawerk Ungarettis folgen zu lassen und man kann dem Verlag nur wünschen, daß zu einem späteren Zeitpunkt dieses sorgfältig geplante und bis zu Abbruch auch so durchgeführte Jahrhundertwerk abgeschlossen vorliegen wird.
Für Liebhaber/innen der italienische Literatur, speziell des italienischen Gedichtes des 20ten Jahrhunderts, eine Fundgrube erlesener Eindrücke und der Lesefreude, bleibt der ausgesprochen schönen und sorgfältig edierten Ausgabe der Wunsch nach geneigten Leserinnen und Lesern.
*) dem auch die
Herausgeberschaft der drei Bände des Lyrischen Werkes Ungarettis oblag
**) Baader, Angelika „Unschuld und Gedächtnis. Zu Ungarettis Poetik“ Kirchheim
(München)
[...diese und weitere Besprechungen finden Sie unter www.rezensionenwelt.de]
Leseprobe I Buchbestellung 1011 LYRIKwelt © P.A.K.