Über Musik.
Essay von Peter Handke (2003, Droschl).
Besprechung von Jdl in Neue Zürcher Zeitung vom 17.04.2004:

Euphorische Ohren

Euphorische Ohren lauschen den Waldgrillen und Felsenbienen, dem Murmeln der Grazer Mur oder den Beatles. Sein Werk ist voll akustischer Evidenzen. Hören und Schaudern sind eins: «Die Musik, selbst die zarteste, empfinde ich oft als eine ungehörige Übersetzung oder gar Überschreitung oder gar Verdrängung der Stille», schreibt Peter Handke in «Am Felsfenster morgens». Wie sehr das Nachdenken des Schriftstellers über Musik wesentlicher Teil seiner Poetik der Unmittelbarkeit ist, macht ein von Gerhard Melzer aus Handke-Textstellen bravourös zusammengestellter Band deutlich, den man so, aber auch anders lesen kann. «Über Musik» ist eine Biografie des hörenden Dichters, der seine Initiationen vor dröhnenden Jukeboxes erlebt, und zugleich ein reifes Staunen vor dem harmonischen Lärm der Natur. «Satisfaction» bekommt der junge Handke von den Rolling Stones. Von widerstreitenden Weltanschauungen keine Spur: «Die Beatles-Stiefel trage ich ununterbrochen, das gibt mir ein grosses Selbstbewusstsein», schreibt der 23-Jährige in einem Brief an seine Mutter. Wenn man «alles durchdacht» und dem Klang der Welt zur höheren Ehre des Schreibens genügend gelauscht hat, kann es sein, dass man «wieder bei den Schlagertexten» ankommt, mutmasst Peter Handke....Fortsetzung

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