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Trinkgeld
vom Schicksal.
Erzählungen von Selim
Özdogan (2003, Aufbau TB).
Besprechung von ute in der Frankfurter Rundschau, 12.2.2004:
Selim Özdogan, Jahrgang 1971, gebührt die Ehre,
sich für sein Debüt einen der schönsten Romantitel der vergangenen Jahre
ausgedacht zu haben: "Es ist so einsam im Sattel, seit das Pferd tot
ist" war das Werk, mit dem er gleich Anerkennung fand. Seit 1995 publiziert
der in Köln lebende Schriftsteller, der nach eigenen Angaben bereits im Alter
von 14 ganz sicher war, welchen Beruf er dereinst ergreifen würde; außerdem
schreibt er noch für diverse Zeitungen und Zeitschriften. Seinen größten
Erfolg hatte er mit dem Roman "Im Juli" (für den er prompt den Chamisso-Förderpreis 1999 erhielt), Roadmovie und Liebesgeschichte in einem und
von Fatih Akin erfolgreich in einen Film mit Moritz Bleibtreu und Christiane
Paul umgesetzt. Doch seine Themen beschränken sich nicht auf die
Migrantengeneration, schon gar nicht in aggressiver Art und Weise, wie sie
Feridun Zaimoglu betreibt.
Özdogans Erzählungsband "Trinkgeld vom Schicksal", aus dem er im
Aschaffenburger Stadttheater liest, umfasst knapp 50 Geschichten – Stimmungs-
und Situationsbilder aus dem Leben junger Menschen, Augenblicke in den
Biografien von Twentysomethings, in kurzen Texten eingefangen, mal verträumt
oder nachdenklich, dann wieder komisch oder gar albern, so wie die Welt eben nun
einmal ist. Doch das wird nicht das Einzige sein, was Özdogans Zuhörer
erwartet, denn er begreift sich nicht als "Vorlesemaschine", sondern
erzählt lieber Anekdoten, etwa darüber, was er auf Lesungen erlebt hat. Da
sollen ja die seltsamsten Dinge passieren...
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