Tiere sehen dich an.
Essays, Reden von Hans Wollschläger (2002,
Wallstein).
Besprechung von rox in Neue
Züricher Zeitung vom 22.6.2002:
Tiere, sehend
Im rührigen Göttinger Wallstein-Verlag erscheint in loser Folge eine Einzelwerkausgabe der Schriften Hans Wollschlägers. Wie wenig das Schreiben dieses «psychoanalytisch ausgerichteten Literaturhistorikers» (Klappentext) wirklich auf einen Nenner zu bringen ist, kann man in den Essays und Reden des vorliegenden Sammelbandes studieren. Der titelgebende Essay mag im Haupttitel - «Tiere sehen dich an» - herzerwärmende Geschichten von des Menschen meist kulleräugigen und vierbeinigen Weltgenossen suggerieren: Allein der Untertitel macht einen Strich durch solch liebliches Wunschdenken. «. . . oder Das Potential Mengele»: Das Titelfragment lenkt den Blick hart zurück auf den Menschen und auf seine sonderbare Art, mit Lebendigem umzugehen. Es sind Wollschlägers Sprachmächtigkeit und sein kulturhistorisches Wissen, die diesen Essay über das belastete und belastende Verhältnis von Mensch und Tier kennzeichnen. Durchaus auf den Spuren Schopenhauers, stellt Wollschläger mit seinen Kommentaren zum (bundesrepublikanischen) Tierschutzgesetz einen radikal pessimistischen Ausblick frei auf eine von Menschen geschaffene Welt, die immer mehr das Aussehen einer grossen Schlachtbank annehme....Fortsetzung
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