Taiga Blues.
Roman von Alexander
Ikonnikow (2001 - Fest-Verlag).
Besprechung von ebai in der Frankfurter Rundschau, 8.6.2002:
Geschichten aus der Provinz
Liebhaber dickleibiger Romane sollten Taiga Blues nicht links liegen lassen. Sie würden etwas verpassen. Denn Alexander Ikonnikows Sammlung von 43 Geschichten - die meisten kaum länger als zwei, drei Seiten - sind wunderbar humorvolle und oft wunderbar traurige Stücke über das Leben, die Menschen und den - häufig absurden - Alltag in der russischen Provinz. Episoden wie die über die Melkerin Krotowa, die ihrem Mann im Suff das Bein abhackt, über den Rekruten, der von seiner Truppe in der Steppe einfach vergessen wurde, oder über das Saufen am Tag der Unabhängigkeit. Der 28-jährige Autor hat eine beeindruckende Probe seiner Beobachtungsgabe und seines literarischen Talents geliefert. Und den Beweis, dass nicht nur Romane eine Welt zwischen zwei Buchdeckeln entstehen lassen können.
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Leseprobe I Buchbestellung 0602 LYRIKwelt © Frankfurter Rundschau