Aaron Yorick, 2003Gedichte.
Gedichte von Wisława Szymborska (
2006, Gruner+Jahr-Brigitte Edition - Übertragung Karl Dedecius).
Besprechung von Klaus Grunenberg bei Amazon, 13.3.2006:

Die wunderbare Rückkehr der spurlos Verschwundnen
Karl Dedecius, der Übersetzer dieses Bandes, beschreibt es treffend, wenn er Wislawa Szymborska als wohl einzigartig in der Reihe polnischer Dichter und Dichterinnen nennt.

Doch ist der Geist polnischer Lyrik sowieso ein eigener, das hat Josif Brodskij bezeugt und Marcel Reich-Ranicki ebenso.

Erstaunlich und zu loben ist, daß die Brigitte-Edition nun diesen Band mit Gedichten der Nobelpreisträgerin von 1996 herausgebracht hat und es ist natürlich auch ANDENKEN enthalten, das einmalig schöne und ergreifende Werk:

"Im Haselholz liebten sie sich,
unter der Sonne des Taus,
mit welken Blättern im Haar,
und auf der Erde zuhaus.

Schwalbenherz,
erbarme dich ihrer."

Das ist erdiger Ton und polnischer dazu, so herbstlich und fast noch sommerlich, ach, Landschaft östlich der Odra!

Aber, es gibt auch andere Gedichte in diesem großartigen Band, politische, richtige Fingerzeige, direktes und zartes Antippen von Leben und Tod, Vergehen und leuchtende Gewissheit, Erinnern und zehrender Schmerz um den Verlust, doch immer ohne Hadern.
Und ein Gedicht über den Hass, ein Werk, das schulpflichtig in allen Ländern dieser Erde werden sollte. Und ein Gedicht über Eindrücke aus dem Theater, aus dem der Titel meiner Besprechung gewählt wurde.

Träumereien, Weltgewandtheit, alles ist enthalten in den Liedern dieser Frau. Nur, wer meint, es seien leichte Erzeugnisse, der irrt. Auch diese Gedichte müssen einzeln erschlossen werden.

Wislawa Szymborska ist ein Beweis für die Einzigartigkeit polnischer Lyrik, deren Glanz z.B. auch ein Tadeusz Rozewicz, Zbigniew Herbert, Konstanty Ildefons Galczynski oder Henryk Grynberg verbreitet haben (um nur einige zu nennen).

Wer mehr darüber erfahren möchte, kann sich sicherlich unter der Rubrik "Polnische Lyrik der Gegenwart" informieren. Auch hier hat sich der Übersetzer und Herausgeber Karl Dedecius seit langem verdient gemacht, was polnische Dichtung betrifft.

[...diese und weitere Besprechungen finden Sie unter In Partnerschaft mit Amazon ]

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