Stefan Georges Rhetorik der Selbstinzenierungvon Martin Roos, 2000, GrupelloStefan Georges Rhetorik der Selbstinszenierung.
Stefan George (2000, Grupello, hrsg. Martin Roos).
Besprechung von rh in Neue Zürcher Zeitung vom 15.6.2002:

Inszeniertes Leben

«Des Dichters Kopf war ein wesentlicher Teil der Verehrung.» Von Stefan George ist die Rede. Auch oder gerade im Medium der inszenierten Porträtphotographie machte sein Haupt «einen überwältigenden Eindruck». «Dein Kopf», schrieb Friedrich Gundolf dem Dichter, «ist längst nicht mehr deine Privatsache, sondern ein Werk zur Reinigung des Begriffs vom Menschen.» Georges Bild wurde im Kreis seiner Jünger zum Kultbild, zur Ikone mit einer sakralen Aura, wie sie nur Bildnissen von Propheten, Priestern, Heiligen eigen ist. Zweifellos hier finden Stefan Georges «in jeder Lebenssituation» strategisch betriebene und rituell-liturgisch zelebrierte Selbstinszenierungen, um deren «Rhetorik» es Martin Roos in seiner Studie geht, einen nicht zu überbietenden Höhepunkt. Es ist hauptsächlich ein Begriff aus der klassischen Rhetorik, der mit Blick auf Georges alle Lebensbereiche umfassende Selbstinszenierung zur Anwendung kommt: der wesentlich zentrale Begriff der «persuasio», der «Überzeugung». Rhetorik als Kunst der Persuasion im emphatischen Sinn....Fortsetzung

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