Sascha Anderson.
Biografie von Sascha Anderson (2002, DuMont).
Besprechung von Uwe Wittstock aus Die Welt vom 2.3.2002:

20 Jahre Verrat sind keine 3000 Mark wert
Der Lyriker und Stasi-Spitzel Sascha Anderson hat seine Autobiografie geschrieben

Täter haben's auch nicht leicht. Immer dieser Ärger mit den Opfern, die einfach nicht klaglos hinnehmen wollen, was man ihnen angetan hat. Statt dessen machen sie einem Vorwürfe! Und dann das ewige Genörgel der Öffentlichkeit. Ständig wird erwartet, dass man sich schuldbewusst zu seinen Taten bekennt! Das kann einem schon auf die Nerven gehen.

Sascha Anderson war genervt, das merkte man ihm an. Im Berliner Kaffee Burger präsentierte er gestern seine gerade erschienene Autobiografie mit dem lakonisch-koketten Titel "Sascha Anderson" (DuMont Verlag, 303 Seiten, 19,90 E). Forschende Blicke, Kameras und Mikrophone richteten sich auf ihn, um mehr vom Täter Anderson zu erfahren. Mehr vom Verräter Anderson, der in den achtziger Jahren als selbsternannter Impresario sicher manche Verdienste um die realsozialistische Boheme der DDR erworben hat - der aber zugleich 20 Jahre lang als Spitzel der Staatssicherheit arbeitete und Geheimnisse vieler Künstlerfreunde seinen Führungsoffizieren in deren stets aufnahmebereiten Akten diktierte....Fortsetzung

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