Requiem für einen Hund von Daniel Kehlmann/Sebastian Kleinschmidt, 2008, Mathes&Seitz

Requiem für einen Hund.
Ein Gespräch von Daniel Kehlmann (2008, Matthes&Seitz - mit Sebastian Kleinschmidt).
Besprechung von Qet in Neue Züricher Zeitung vom 22.11.2008:

Kehlmanns Hund

Qet. Dass man in Gesprächen mit Daniel Kehlmann leicht auf den Hund kommen kann, hat autobiografische Gründe ebenso wie kulturelle. Sein an einem Lebertumor erkranktes Haustier musste der österreichische Schriftsteller im März dieses Jahres zu Grabe tragen, in seinen Büchern allerdings leben die besten Freunde des Menschen fort. Sogar bis in den Titel haben sie es jetzt gebracht. «Requiem für einen Hund» nennt sich ein Bändchen, in dem Sebastian Kleinschmidt, Chefredaktor der Zeitschrift «Sinn und Form», und Daniel Kehlmann über das Wesen der Vierbeiner im Besonderen und der Tiere im Allgemeinen nachdenken, in dem es um die Naturwissenschaften, um den Künstler und vor allem um Daniel Kehlmann selbst geht. Erhellend ist dieses Buch, weil sich hier zwei kreative Intellektuelle auf Augenhöhe begegnen. Im Extempore wird die Poetik des Kehlmannschen Werks deutlich, ein stets präsentes Wissen, dem das von Sebastian Kleinschmidt in nichts nachsteht. Im «Requiem für einen Hund» kann man von Kehlmanns Leben erfahren und von seinem Schreiben, von Demut und Hybris. «Ist <Die Vermessung der Welt> auch eine Stellungnahme zur Weimarer Klassik?», lautet die Frage. Kehlmanns Antwort: «Natürlich.»

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