Prager Triptychon von Johannes Urzidil, 1963, dtvPrager Triptychon.
Roman von Johannes Urzidil (1963, dtv).
Besprechung von haj in Neue Zürcher Zeitung:

Johannes Urzidil neu gelesen

haj. Für den im New Yorker Exil lebenden deutschsprachigen Erzähler und Essayisten Johannes Urzidil (1896–1970) schlug nach dem Zweiten Weltkrieg die Stunde der späten Wiederentdeckung. Seine Erzählungen, Romane und in erweiterter Neuauflage die grosse Studie über «Goethe in Böhmen» fanden ein breites und dankbares Publikum und trugen ihm namhafte Preise ein. Nach seinem Tod droht er ein weiteres Mal vergessen zu werden.
Die Aufnahme seines «Prager Triptychons» in die Reihe «Eine österreichische Bibliothek» ist mehr als eine blosse Neuauflage des 1960 erstmals erschienenen Werkes, in welchem der Dichter die äussere Topographie und gleichzeitig die Seelenlandschaft der Stadt zeichnete. Dank dem vorzüglichen, sehr persönlichen Nachwort des ebenfalls aus der «goldenen Stadt» stammenden und in Amerika wirkenden Literaturhistorikers und Essayisten Peter Demetz, der Leben und Werk Urzidils einfühlend nachzeichnet, lernen wir den Dichter durch «die kunstvollste seiner Arbeiten» neu sehen und verstehen: «Es genügt nicht mehr, Urzidil im Schatten der Klassiker oder des österreichischen Biedermeier zu lesen, und es ist hoch an der Zeit, ihn als zeitgenössischen Autor zu begreifen», der, vom Expressionismus ausgehend, zu jenen Modernen zählt, «die aus und mit der Literatur schreiben.»
Peter Demetz regt uns durch seine luzide Interpretation zu einer vertieften Sicht Urzidils an, den er uns persönlich und literarisch nahebringt.

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