Paranoia von Mark Costello, 2004, GoldmannParanoia.
Roman von Mark Costello (2004, Goldmann).
Besprechung von USTM aus Rheinischer Merkur, 13.05.2004:

Die Angst der Sicherheitsexpertin

Ex-Anwalt Mark Costello wird angekündigt als der neue Franzen, der vor zwei Jahren der Neue war. Sein „Paranoia“ ist ein gutes Buch, weil es witzig, temporeich, spannend und in unglaublichen Wendungen erzählt, vor allem aber, weil es ganz nah an der Zeit ist. In den Sechzigern wurden die US-Sicherheitsbudgets ins Utopische gesteigert. Damals hatte Walter Asplund, ein rechtschaffen komplizierter Grübler mit republikanischen Überzeugungen, seine Familie gegründet. Seine Kinder sind von Großrechnern zu neuen Menschen gemacht worden. Die Jüngste arbeitet beim Secret Service. Der ist die Frischhaltefolie überm verderblichen Fleisch Amerika. In schwer lesbaren Menschenmengen kommt die Tochter sich abhanden. Fixe Ideen, einsame Seelen: Das Bedrohungspotenzial nimmt zu. Wie ein Programm schnurrt dieser Roman ab als große amerikanische Geschichte der Neuzeit, auf dass der Leser wieder Land sehe.

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