Pans Stunde von Norbert Hummelt, 2011, Luchterhand1.) - 2.)

Pans Stunde.
Gedichte von Norbert Hummelt (2011, L
uchterhand Literaturverlag).
Besprechung von Susanne Fleischer in
www.literaturmarkt.info, 31.10.2011:

Die Magie der Poesie

In Deutschland gibt es nicht viele Menschen, die mit ihren Worten das Herz des Lesers erreichen können und dieses verzaubern. Norbert Hummelt gelingt mit seinen Gedichten diese Kunst und begeistert die Welt für Lyrik, der man nicht jeden Tag begegnet. "Pans Stunde" ist wahrlich Literatur in ihrer schönsten Form und ein sprachliches wie besinnliches Gebilde, das im Klang einer berauschenden Melodie gleichkommt - zumal Hummelts Gedichte wie kleine Geschichten sind, in denen man sich verliert, um für kurze Zeit in Momente der Stille und Ruhe einzutauchen.

Lyrik ist ein unglaublich weites wie faszinierendes Feld, in dem man nach Herzenslust herumwandern kann und auch möchte. Auch wenn sich die Gedichte in ihrer Gestaltung und Intensität unterscheiden, drehen sie sich doch allesamt um den Pan-Mythos und vertreten eine Aussage: Liebe ist die treibende Kraft in unser aller Dasein und deshalb von immenser Bedeutung eines Jeden. Davon zeugen die 60 Wortkompositionen, deren Töne bei der Lektüre von "Pans Stunde" über den Leser schweben und ihn mit sich fortreißen an andere Gestade. Und zwar dank der Worte, denen eine ungeheure Kraft innewohnt.

Man mag es kaum glauben, aber Gedichte besitzen neben viel Gefühl auch eine gewisse Spannung, die dem Leser einem ungewöhnlichen Erlebnis aussetzt. Sein neuer Gedichtband "Pans Stunde" ist ein Buch zum Träumen und zum darin Verweilen und eines, das die Lyrik zu einer hohen Kunst erhebt. Norbert Hummelt beherrscht die Balance aus Schwere und Leichtigkeit perfekt und schlägt stets den richtigen Ton an. Im Leser erbaut er Bilder, die zarte, zerbrechliche Gebilde eines Augenblicks sind und den Leser mit ihren unvergänglichen Worten zu verführen wissen. "Pans Stunde" berührt mit jeder Seite und immer wieder aufs Neue das Herz.

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Pans Stunde von Norbert Hummelt, 2011, Luchterhand2.)

Pans Stunde.
Gedichte von Norbert Hummelt (2011, L
uchterhand Literaturverlag).
Besprechung von Michael Starcke für Bücher Wiki, 2011:

Seit ich die Gedichte von Norbert Hummelt kenne, habe ich sie immer als etwas Besonderes empfunden, lichte Momente, die leicht wie auf Flügeln daherkommen, aber in Form und Sprache tiefsinnig zu formulieren wissen. Sie wirken, wie es der Dichter einmal selbst formulierte, wie Lichttherapie, auch wenn sie dunkel sei.

"Pans Stunde" hat Norbert Hummelt seine neusten Gedichte, entstanden zwischen Januar 2007 und April 2011, betitelt. Die Mittagsstunde also, in der der Gott in sich gekehrt seine Flöte spielt und das Leben den Atem anhält, um den Bocksbeinigen nicht zu stören, der jede Ruhestörung mit Panikattacken bestraft. Trotz aller Vorsicht konnte sich wohl auch der Dichter diesem Phänomen nicht entziehen. Im Gedicht „feuer“ etwa: „ich saß u. spürte etwas im genick. zwei alte,/ schlohweiß, mit versteintem blick: wir kennen dich wieder./ du bist verflucht. wir können töten, ohne zu berühren.“

Hummelts Verse sind gegenwärtig und zugleich transzendent, und was zunächst als Parlandoton kritisiert werden mag, gerät zum Sog, aus dem man sich als Leser nicht mehr befreien mag, sondern süchtig ist, ihm zu folgen. Dieses erreicht der Dichter durch den Rhythmus fast immer dreizeiliger, mit der Terzinenform spielenden Strophen . Sehr nachvollziehbare, dichte Gedichte sind so entstanden, eine Art philosophierender Wanderungen durch Brandenburg etwa oder an Wohn- und Aufenthaltsorte wie Köln und Berlin, die gleichzeitig auch zu Wanderungen durch das eigene Ich und die eigene Seele werden.

Dabei geht es immer auch um das Verlangen nach Nähe und das Wissen um Tod und Vergänglichkeit. „einmal“, heißt es da etwa, „schreibst du dein letzte gedicht: einer/ sitzt immer über den büchern geht mit den flaschen/ kurz in den keller: da war es finster u. so bitter kalt.“ Oder über die Liebe: „ich schaute still/ auf deine blonden wimpern u. hielt das lenkrad fest in der hand.“

Auch die Kindheit wird zum Gegenstand mancher Gedichte: „ich dachte öfters an meine mutter wie wenig sie/ diese hitze vertrug.“ Oder: „eben waren wir beide kind. jetzt haben uns/ alle zu hause vergessen, keiner fragt sich mehr, wo wir sind.“ Ob es nun Kindheits-, Landschafts- und Naturgedichte, Liebes-oder Gedichte über den Tod anderer und das Erleben der eigenen Wehmut sind, immer sind diese Gedichte von einer fast sinnlichen Melancholie durchwirkt, die eher gelassen anstatt depressiv macht, denn „die zeit ist im bild stehengeblieben.“

Womöglich ist es Pans Stunde, die den Dichter für die Sicht auf die Dinge so sensibel macht wie in „alleen“: so lange bin ich niemands sohn/ so lange ist mein vater tot.“ Dabei fällt auf, dass der Dichter kein Problem hat, sich in die Person derer zu versetzen, von denen er spricht, oder sich in die Erinnerung anderer zu begeben, um sie behutsam nachzuvollziehen. „So ging er hin u. stempelte die karte.“ Die Melancholie des Dichters bewirkt auch sehr schöne lakonische Formulierungen von tröstlicher Natur: „unruhig bin ich u./ älter als du und rase reglos auf göttingen zu u. sehe/ die böschungen rot vor mohn u. kann meine haltlos// rinnende zeit keinem der ziehenden bildern versprechen.“ =der: „wir kommen von weit u. wissen von nichts“.

Lebenskluge Gedichte, frei von jedem Selbstmitleid sind Norbert Hummelt gelungen: „u. jeder von uns träumt und treibt dahin.“ Sie sind derart musikalisch, dass man sie sich beim Lesen auf den Lippen zergehen lassen sollte, um mit dem Dichter feststellen zu dürfen: „eine stunde lang war eine/ stunde da wo weder du noch ich vorher gewesen war.“

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