Moderne
Romanzen.
Gedichte von Heide
Kunz-Traubert (2006).
Besprechung von Christine Semmler aus der Frankfurter Rundschau, 11.10.2006:
GEDICHTE, DIE DIE SEELE BEWEGEN
Heide Kunz-Traubert hat sich mit ihrer
Lyrik regional einen Namen gemacht / Jubiläumsband erschienen
Mit „Moderne Romanzen“ hat die Autorin Heide Kunz-Traubert einen Jubiläumsband
mit ausgewählten Gedichten veröffentlicht. Die Bücher der Bruchköbelerin
haben in der Region einen beachtlichen Erfolg. „In der Alltagssprache lässt
sich nur schwer ausdrücken, was die Seele bewegt“, sagt Heide Kunz-Traubert.
„In meinen Gedichten versuche ich mit wenigen, treffsicheren Worten alles zu
sagen.“ Die Autorin, die mit ihrem Mann seit 25 Jahren in Bruchköbel wohnt,
hat sich regional einen Namen gemacht, obwohl sie sich in einem Genre bewegt,
das heute generell wenig beachtet wird: der Lyrik. Ihre Publikationen wurden bis
zu vier Mal aufgelegt. In gut besuchten Lesungen präsentiert Heide
Kunz-Traubert ihre Gedichte, durch weit gestreute Kontakte sogar bundesweit.
2001 erhielt sie den Bruchköbeler Kulturpreis.
Klangvoll verpackte Beobachtungen
Der Schlüssel zum Erfolg: Heide Kunz-Trauberts Lyrik ist weder schwülstig, noch driftet sie in metaphorische Sphären ab. Mit ihren klangvoll verpackten Beobachtungen spricht sie dem Menschen „von nebenan“ aus der Seele. „Ich will, dass meine Texte verstanden werden“, sagt sie, es sind die kleinen Alltagsdinge, die sie in klarer, oft bildhafter Sprache unter die Lupe nimmt: Das kann eine menschliche Begegnung, ein Gefühl, eine Naturbeobachtung sein. „Sogar eine Türklinke oder ein Mülleimer können bei mir zum Thema werden", sagt sie schmunzelnd.
Ihr literarisches Talent entdeckte sie erst spät. Seit ihrer Jugend singt sie, spielt Gitarre, aber erst mit 44 Jahren entdeckte sie, dass sie mehr in petto hatte, als einen guten Briefstil, das Schreiben schöner Geburtstagsreden oder Songtexte. Sie begann, Gedichte in Kurzprosa zu verfassen und bot sie Verlagen an. Der dritte Versuch fruchtete: Bei Fiedler Verlag in Bad Kreuznach veröffentlichte sie ihren ersten Gedichtband „Süße Sünden“. Heute, nach 20 Jahren, bringt sie es auf volle neun eigene Publikationen. Im Frühjahr ist zu ihrem Autoren-Jubiläum ein „Best Of“ ihrer Gedichte unter dem Titel „ Moderne Romanzen“ erschienen.
Zu meinen Lesungen kommen Menschen aller Altersgruppen, besonders die Älteren haben ihre Gedichte gerne, die von Wärme und Schönheit berichten, aber auch die Lieblosigkeit in der Welt nicht verschweigen wollen, erzählt sie. „Viele sagen, meine Bücher spenden Trost und geben Hoffnung.“ In einer schnelllebigen nüchternen Zeit fache die Sehnsucht nach Lyrik wieder auf: Einer Literatur, die aus dem Herzen, aus dem Bauch komme. Spontan entstehen ihre Gedichte dennoch nicht: Heide Kunz-Traubert sammelt ständig Eindrücke macht sich Notizen und wartet dann die dunkle Jahreszeit ab. „Im Sommer ist mir die Zeit zu schade zum Schreiben. Erst im November wandern die Aufzeichnungen dann von der Schublade auf ihren Schreibtisch und nehmen Form an. Bis so ein Gedicht entsteht, vergehen Wochen“, erzählt die Autorin. „Und manchmal gelingen mir sprachliche Kunststücke.“
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