Mittsommermord von Henning Mankell, Zsolnay, 2000Mittsommermord.
Roman von Henning Mankell (2000, Zsolnay).
Von Anna Schindler aus der Wochenzeitung, Zürich, 17.2.2000:

Eine Reihe grausiger Taten lässt den südschwedischen Landstrich Schonen trotz der sommerlichen Hitze erschauern: Ein irrer Serienmörder treibt sein Unwesen. Das kranke Hirn hat es auf glückliche, junge Menschen abgesehen: Drei Jugendliche, die zusammen Mittsommer feiern wollten, werden Wochen später tot gefunden. Ein kaum getrautes Hochzeitspaar ereilt ein schreckliches Schicksal. Und als ob der Schrecken nicht genug wären, wird der Kriminalbeamte Svedberg von seinen Kollegen mit zerschossenem Gesicht in seiner Wohnung aufgefunden. Harte Kost für Kommissar Kurt Wallander, den grossartigen Nachfolger des berühmtesten schwedischen Ermittlers Martin Beck. Seitdem die Schöpfung von Maj Sjöwall und Per Wahlöö in den siebziger Jahren den nordischen Kriminalroman zum populären literarischen Genre gemacht hat, hat kein Kommissar mehr solche Rekordauflagen erzielt in Skandinavien. Mehr als einmal ist Fahndungsleiter Wallander diesmal allerdings nahe dran, den Polizistenberuf an den Nagel zu hängen. Zumal er sich ernsthaft krank fühlt und nicht nur sein Handy, sondern auch seine Beherrschung immer wieder verliert, weil er von einem Täter an der Nase herumgeführt wird, der jeden seiner Schritte vorauszuahnen scheint. Der schwedische Regisseur, Kinderbuchautor und Romancier Henning Mankell zeigt auch in «Mittsommermord», dass Kriminalromane psychologisch ausgeklügelte Gesellschaftsstudien und gleichzeitig bis zum letzten Satz atemberaubend spannend sein können. «Mittsommermord» ist der fünfte Wallander-Krimi, der auf Deutsch erscheint. Zum Glück folgen noch drei weitere, bevor wir uns wieder mit Commissario Brunetti begnügen müssen.

[...diese und weitere Besprechungen finden Sie in der WOZ]

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