Mein Geschenk an Dich - Dein Geschenk an mich von Gabriele Franke, 2013, Lorbeer-VerlagMein Geschenk an Dich - Dein Geschenk an mich.
Gedichte von Gabriele Franke (
2013, Lorbeer-Verlag).
Besprechung von Michael Starcke für Rezensionenwelt.de, August 2013:

Ist es Zufall, wenn man an die Liebe gerät oder nicht? Wer könnte das sagen?

Ist es Zufall, dass ich an einen schmalen Debütband mit Liebesgedichten von Gabriele Franke geraten bin? Ich weiß es nicht. Vielleicht hat das Buch ja auch mich gesucht, um mich mit seinen Gedichten zu überraschen? Dann hat es den Richtigen gefunden, denn ich war und bin es auf berührende und entzückende Weise.

„Mein Geschick an dich/ Dein Geschenk an mich“ ist der Band der Bochumer Lyrikerin und Preisträgerin des Dorstener Lyrikpreises 2013 betitelt und auf ganz eigene Art und Weise sinnlich und faszinierend vom ersten Vers an.

„Du hast mir Schmerz geschenkt,“ heißt es da, „das einzige richtige Geschenk – bislang (von den armenischen Hausschuhen abgesehen).“

Ja, die Liebe hat die Dichterin heimgesucht und lässt sie nicht mehr los, obwohl Sehnsucht, Vermissen, „Eine Tasse Herzklopfen“, das Verlassen sein nach einer Trennung zu verkraften und in Worte zu bringen sind, was sie von vorne bis hinten mit ihrer ganz eigenen, unverbrauchten und bildreichen Sprache immer wieder schafft, Liebeslyrik im besten Sinn zum Weinen schön. Und der Leser darf Zeuge sein, ohne, dass er sich als Voyeur fühlen muss, sondern als jemand, der sich vorkommt, als erlebe er die Höhen und Tiefen dieser Liebenden aufs Poetischste am eigen Leibe, nur, dass er seine Gefühle nicht so auszudrücken vermag wie die Dichterin und schweigt.

„Liebe ist leise,“ schreibt sie, „lässt die Welt schimmern wie Gold,/ unverwechselbar  oder an anderer Stelle: „Mein Körper verbrennt/ in Gedanken an deinen./ Sag nichts, tu etwas!“ „Facetten der Liebe“, nennt sie ein Gedicht und der Leser denkt während der Lektüre, dass sie nicht eine auslässt, nicht den Anfang, das Verliebt sein: „Bin explodiert - / aus gelbem Mais wird Popcorn,“ nicht die Körperlichkeit des Zusammenseins: „Deine Hand entlockt/ meinem Körper Begehren./ Bin freudig erregt“, nicht die gefühlte Erfüllung: „Du bist der Stein,/ der auf meinem Wasser hüpft“, aber auch nicht das Scheitern und die schwere Zeit danach: „Gebrochenes Herz/ wie ein Schuh am falschen Fuß/ leidet, als wären es Meilen.“

Unverhofft schöne Bilder findet die Dichterin: „Wie eine Fliege/ hing ich im Netz der Silben,/ klebte fest am Wort./ Du wolltest mir nicht wehtun:/ „Glaub mir, dir besonders nicht.“

Auch Melancholie hängt diesen Gedichten an, vor allem aber die Freude am Geheimnis der Liebe, Freude und Lebenslust, ausgeschöpft bis zum Letzten, auch dann noch wenn sie, aus und vorbei, zum tiefen Fall wird, nachdem der höchste Gipfel erlebt werden durfte: „Ich will dich vergessen, aber ganz tief in mir/ als herrliche Erinnerung behalten.“

Gabriele Franke hat den Liebesgedichten, die man aus der Literatur kennt und nicht vergessen kann, ein paar besonders schöne hinzugefügt, eine Dichterin, die aufmerken lässt, selbst mit kurzen Gedicht wie diesem: „Pfützenküsse//Dein lachender Mund/ in gekräuselten Ringen/ küsst alle Pfützen.“

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