Lust
und Last.
Gedichte von Paul
Alfred Kleinert (2001, Leopold Brachmann Verlag).
Besprechung von Werner Berger, Wien-Ottakring im April
2005:
Rezension des Gedichtbandes „Lust und Last“ von Paul Alfred Kleinert, erschienen im Verlag der Nessing’schen Buchdruckerei in Berlin-Adlershof
Bereits wenn man das 48 Seiten starke Buch in die
Hand nimmt, teilt sich einem die besondere Aufmachung mit ausgewähltem Papier,
gediegenem Druck, vorbildlich ausgerichtetem Satzspiegel und - liest man dann
die Texte - einem den Leser anrührenden und nachdenklich stimmenden, sich
wohltuend von dem alltäglichen Wortgeklingel abhebenden Inhalt mit.
Kurzum - eine glückliche Übereinstimmung von Form und Inhalt zeichnen den Band
aus.
Ob mit Anklängen an Walter
Benjamin („Engel der Geschichte“), derb sinnlichen („Begehren“) oder
melancholisch stimmenden Gedichten („Kind am Fluß“) - der Autor vermag,
getreu dem gewählten Titel „Lust und Last“, der Weite seiner Betrachtung,
der Sicherheit und Präzision seines Sprachempfindens und der Trauer um eine
doppelt verlorene Zeit (“Heime“) in eigenwilliger, formsicherer und in der
Regel metrisch gebundener Weise, beredten Ausdruck zu geben.
Da die Worte eines Autoren oft mehr vermögen als alle Rezensionen eine Buches im Nachhinein, möge er an dieser Stelle in einem seiner lakonischen aphoristischen Gedichte zu Wort kommen:
auf einem Bahnsteig
Wortkristallisationen als Antwort
auf nicht gelebtes Leben
aufgeschrieben auf einem Bahnsteig
mit Kaffeeangebot
gleichend sich darbietendem Leben:
eine Durchgangsstation
Der einer aus dem Schlesischen Raum und der
Hansestadt Danzig nach Mitteldeutschland verschlagenen Familie entstammende Paul
Alfred Kleinert, Jahrgang 1960, Autor von bisher 7 eigenständigen
Gedichtbänden und einer Vielzahl von Veröffentlichungen in internationalen
(Gedichte von Kleinert wurden ins Polnische, Russische, Englische, Französische
und Ungarische übersetzt) und nationalen Anthologien gibt, neben der eigenen
literarischen Tätigkeit, zwei konzeptionell wohldurchdachte Gedichtreihen
heraus, die „Zeitzeichen“ seit 1999, die „Nessing’schen Hefte“ seit
2003 (zu beiden hält die Internet-Seite www.lyrikwelt.de
Informationen vor), übertrug Lyrik u.a. aus dem Altgriechischen (u.a. Alkman,
Sappho) , Lateinischen (u.a. Vergil,
Ovid), und Englischen
(u.a. Byron, George Mackay
Brown, Hugh MacDiarmid).
Besondere Aufmerksamkeit verdient die in Vorbereitung befindliche und von ihm
als Herausgeber betreute erste färöisch/deutsche Anthologie aus 100 Jahren
Färöischer Dichtung „Von Djurhuus
bis Poulsen“,
die voraussichtlich 2007 das Licht der Öffentlichkeit erblicken wird.
Für das Jahr 2010, anläßlich des 50. Geburtstages des Autoren, plant der in
Wien ansässige Leopold
Brachmann Verlag, dem der Autor seit Jahren verbunden ist, einen Band „Gesammelte
Gedichte“.
„Lust und Last“ Ausstattung: englische Broschur mit Fadenheftung, Bleisatz und ausgesuchtem Papier, Verlagssignet in Blindprägung, 19.- Euro + Porto , zu beziehen in ausgewählten Buchhandlungen und unter Fax 030. 6770011 (www.buchdruck-nessing.de/vnb)
[...diese und weitere Besprechungen finden Sie unter www.rezensionenwelt.de]
Leseprobe I Buchbestellung 0505 LYRIKwelt © Dr.Werner Berger, Wien