Le Tramway/Die
Trambahn.
Roman von Claude
Simon (2000/2002 DuMont - Übertragung Eva Moldenhauer).
Besprechung von Michael
Kleeberg aus Die
Welt vom 26.7.2001:
Diese Bangigkeit stellt sich nur ein bei einem Schriftsteller, an den man höchste Erwartungen knüpft. Denn anders als die amerikanischen Messiasse, die regelmäßig als Nonplusultra aus dem Hut gezaubert werden, hat Claude Simon die Prosa unserer Zeit mit etwas ursprünglich Europäischem vorangebracht: mit Stil. Damit meine ich die Mikrostruktur eines Textes im Gegensatz zur Makrostruktur, zu Deutsch das, was innerhalb der Sätze passiert und wie sie sich zusammenfügen, nicht nur den großen thematischen Bogen. Denn das vielbeschworene Handwerk, das an der Basis aller künstlerischen Hervorbringung liegt, beginnt mit dem motivischen Arbeiten innerhalb des Satzes, das die Periode strukturiert, rhythmisiert, ihr Klang und Sinn verleiht. Und wer durch die Schule Prousts, Thomas Manns, Musils gegangen ist, der wird weniger Ehrfurcht vor Epikern wie Pynchon haben und umso mehr vor der Prosa Simons.....Fortsetzung
[...diese und weitere Besprechungen finden Sie unter www.welt.de]
Leseprobe I Buchbestellung I home 0102 LYRIKwelt © Die Welt