Leben
spenden.
Sachbuch von Slavenka
Drakulić (2008,
Zsolnay - Übertragung
Hainer Kober).
Besprechung von
Jdl
in Neue
Zürcher Zeitung vom 12.03.2009:
Leben spenden
Jdl. Gerade einunddreissig Jahre alt war die kroatische Schriftstellerin Slavenka Drakulić, als ihre Nieren versagten. Was folgte, waren lange Zeiten der Dialyse und dann ein Leben mit einem neuen Organ. Als auch dieses nach fünfzehn Jahren nicht mehr wollte, begann erneut eine Odyssee, deren glückliches Ende Slavenka Drakulić jetzt beschreibt: «Leben spenden» heisst das Sachbuch mit beinahe romanhaftem Stoff: Eine ihr vollkommen unbekannte gesunde Amerikanerin hat ihr eine Niere zum Geschenk gemacht, das Leben konnte weitergehen. Mit Akribie und psychologischem Interesse macht sich Drakulić auf die Suche nach den altruistischen Motiven einer Spenderin, die sie auch kurz nach der Operation getroffen hat. «Leben spenden» ist Reportage und Porträt zugleich. Es ist die menschliche Vertiefung einer medizinischen Problematik, die bis jetzt oft nur oberflächlich-technokratisch gesehen wurde. Welche Wurzeln die Selbstlosigkeit haben kann, beschreibt Slavenka Drakulić mit fast literarischer Intensität. Sie schildert Szenen aus dem Leben zweier Frauen, die sich kaum auf intimere Weise hätten kennenlernen können; sie zeigt medizinische Wirklichkeiten und räumt mit Mythen auf.
[...diese und weitere
Besprechungen finden Sie unter
]
Leseprobe I Buchbestellung 0309 LYRIKwelt © NZZ