Küstenwind.
Gedichte von Hans-Jürgen
Heise (1969, Bläschke - Nachwort von
Jürgen P. Wallmann).
Besprechung von Heinz
Piontek in Neue
Züricher Zeitung vom 1.10.1969:
(...) Der Weg in die Öffentlichkeit
wurde ihm nicht leicht gemacht. Doch seit seinem letzten, bei S. Fischer
erschienen Gedichtband Ein bewohnbares Haus wird wohl kaum noch
bezweifelt werden können, daß Heise zu den profiliertesten Lyrikern der
mittleren Generation zählt. Er hat sich mit seinen äußerst lakonischen,
strengen, aber nicht trockenen Versen als eine Begabung von seltener Seriosität
und Unabhängigkeit ausgewiesen und den Beweis erbracht, daß sich in dem
weitegehend korrupten, politisch radikalisierten literarischen Betrieb von heute
auch ein Einzelner noch durchsetzen und behaupten kann, wenn er sich und seiner
Arbeit treu bleibt.
Die neuen Gedichte, unter dem Titel Küstenwind veröffentlicht,
unterstreichen die Vorzüge dieses Autors: also seine Sparsamkeit der Mittel,
die Integrität seines Moralismus, die zarte Heiterkeit, die am Ende unbeirrter
Wahrheitssuche aufleuchtet. Mehr denn je spürt man in den Heiseschen Gedichten
jetzt die Nähe des Meeres, sie sind wasser- und salzdurchtränkt, von einem
weither kommenden Wind durchlüftet. Selbst dort, wo die Szenerie
binnenländisch bleibt, zeigt sich noch ein Widerschein des Meeresleuchtens,
sind einzelne Worte vom Wind getragen.... Fortsetzung
[...diese und weitere
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