Kopf und Kragen von Feridun Zaimoglu, S.Fischer-VerlagKopf und Kragen.
Kompendium von Feridun Zaimoglu (2001, S. Fischer).
Besprechung von Jochen Förster aus Die Welt vom 5.1.2002:

Heiliger Ernst? Kakapfui!
Feridun Zaimoglu will den Pop retten und über die Minne schreiben

Wer wissen will, ob Feridun Zaimoglu anders ist, macht wohl oder übel eine Reise nach Kiel. Irgendwo im Studentenviertel liegt dort ein etwas schäbiger Altbau, da wohnt er, hinter einem Klingelschild ohne Namen. In seiner Wohnung ist es tagsüber kalt, Nachtspeicherheizung, aber die Bude ist billig, keine zehn Mark der Quadratmeter warm. Ein Zimmer ist mit Ölbildern zugestellt, die anderen zwei voll mit Büchern. In der leicht angeranzten Küche hängen eine Uhr, die statt Zahlen Fußbälle hat und als Hintergrund ein Stadion, sowie ein Fan-Wimpel von Galatasaray Istanbul.
So wohnt Zaimoglu, 37, in seiner Bude, in der Stadt Kiel. Als Schriftsteller wohnt man anders in Deutschland. Entweder am Puls der Zeit, wo der Bär tobt, in BerlinHamburgMünchenKöln, dann auch gern ranzig, oder aber schön schnuckelig in Lübeck, auf der Alm oder am Bodensee. Zaimoglu lebt in Kiel seit 17 Jahren, zuerst wegen Medizinstudium und ZVS, dann hängen geblieben, inzwischen als Programm. Kiel ist normal, hässlicher Durchschnitt und für ihn gerade recht. Zaimoglu ist Nonkonformist. Ein junger Autor. Und ein politischer. Einer, der mit den Berserkern denkt, den Gelackmeierten, dem Abschaum. Und, man mag es kaum aufschreiben, Zaimoglu ist solidarisch. Er zürnt. Er muss anders sein....Fortsetzung

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