Keine Spuren vn Guido Rohm, 2009, SeelingKeine Spuren.
Kurzgeschichten von Guido Rohm (2009, Seeling-Verlag).
Besprechung von Volker Nies in der Fuldaer Zeitung vom 1.07.2009:

Kurzgeschichten wie Kinofilme
Autor Guido Rohm baut Storys ungewöhnlich auf / Vorstellung des Debütwerkes am Freitag

Die Sätze enthalten nur wenige Worte. Die Geschichten sind kurz. Seine Schilderungen sind nicht ausschweifend, sondern skeletthaft, auf das Allernötigste reduziert. Guido Rohm (38) pflegt einen sehr eigenen Stil. 17 Kurzgeschichten veröffentlicht der Petersberger jetzt in seinem ersten Band. An diesem Freitag, 3. Juli, um 19 Uhr stellt er das Buch „Keine Spuren“ in der Red Corridor Gallery in der Löherstraße in Fulda vor.

„Ich lese und schreibe schon immer enthusiastisch. Als Grundschüler habe ich ‚Fünf Freunde‘ verschlungen. Schon mit zehn oder elf Jahren wollte ich Schriftsteller werden“, erzählt der Vater von Camille (9), Etienne (6) und Mathieu (4). Aber bis der Mitarbeiter der Deutschen Rentenversicherung sein erstes Werk anpackte, dauerte es ein wenig. Angetrieben, seine Leidenschaft fürs Schreiben zwischen zwei Buchdeckel zu bringen, hat ihn Freundin Annette Bock (39), der er das Buch gewidmet hat.

Vor zweieinhalb Jahren begann er, sich intensiver mit Literatur zu beschäftigen. Er schrieb Rezensionen über Bücher, darunter ein Werk von Georges-Arthur Goldschmidt. Dem in Paris lebenden Autor schickte er seine Rezension und steht seitdem in Kontakt mit dem französisch-deutschen Schriftsteller und Essayisten. „Goldschmidt war von meinen Texten gleich begeistert“, erinnert sich Rohm. Dass der renommierte Autor jetzt ein Vorwort zu dem Debütwerk schrieb, macht Rohm besonders stolz.

Der Frankfurter Verleger Jens Seeling war zunächst skeptisch, als Rohm ihm die Kurzgeschichten anbot, denn diese konzentrierte Art der Literatur liegt derzeit nicht im Trend. „Als ich ihm dann immer mehr Geschichten schickte und er sie alle gut fand, gab er sich geschlagen.“

Gescheiterte Menschen, Krisen und Konflikte zwischen Ideen von der Welt und der Realität stehen im Mittelpunkt seiner Erzählungen. Die Szenen sind knapp geschildert und oft wie in einemKinofilm montiert.

Über den Aufbau einer Geschichte grübelt Rohm erst eine ganze Weile nach und ist dann für seine Umwelt kaum ansprechbar. „Es ist wie bei einem Anschlag. Die Vorbereitung dauert lang, die Ausführung geht schnell. Ein bis vier Wochen denke ich über ein Thema nach. Das Schreiben geht dann an einem Tag“, sagt er. Einmal in Fahrt gekommen, ging das nächste Werk noch schneller von der Hand. Rohm hat bereits seinen ersten Roman fertig gestellt – binnen elf Tagen, wie er erzählt. Das wäre, wenn er einen Verlag findet, sein zweites Werk. Aber jetzt will er erst einmal sein Erstlingswerk präsentieren.

[...diese und weitere Besprechungen finden Sie unter www.fuldaerzeitung.de]

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