Keiner rennt für immer von Richard Stark, 2009, ZsolnayKeiner rennt für immer.
Roman von
Richard Stark (2009, Zsolnay - Übertragung Nikolaus Stingl).
Besprechung von Arnold Hohmann in der Westf. Rundschau, 29.04.2009:

Bankraub unter ungünstigem Stern
Was soll man von der Hauptfigur in einem Krimi denken, die schon auf der ersten Seite einen Menschen kaltblütig erdrosselt? Wer einen der Parker-Romane von Donald E. Westlake (alias Richard Stark) liest, muss mit so etwas immer rechnen, denn der Berufsverbrecher Parker ist ein Mann ohne erkennbare Regungen, dem Emotionen weitgehend fremd sind und der nur nach rationalen Erwägungen funktioniert.

Dennoch ist der Beginn von „Keiner rennt für immer" auch für Eingeweihte starker Tobak, denn derart konsequent ist selbst ein Parker bisher nicht zur Tat geschritten. Doch bei diesem Mann jenseits aller Gesetze genügt bereits die Gewissheit, einen verkabelten Spitzel in der Runde zu wissen, um wortlos Ordnung zu schaffen. Schließlich hat man sich in kleinem Kreis getroffen, um eine ungewöhnliche Form des Bankraubs zu besprechen.

Nach langer Pause hatte der kürzlich verstorbene Donald E. Westlake 2004 damit begonnen, seinen Krimi-Mythos Parker neu zu beleben. Vier neue Romane entstanden, die der deutsche Verlag nun offenbar in umgekehrter Reihenfolge veröffentlichen will. „Keiner rennt für immer" jedenfalls endet dort, wo der 2007 erschiene „Fragen Sie den Papagei" beginnt. „Das Geld war schmutzig" und „Das große Gold" sollen folgen.

Der Coup, den Parker und seine Mitstreiter planen, steht von Anfang an unter einem ungünstigen Stern. Was schon damit beginnt, dass der weibliche Initiator Rache nehmen will an ihrem zukünftigen Ex-Gatten. Und wo Gefühle im Spiel sind, das weiß Parker, können sich sehr schnell Komplikationen einstellen. Und tatsächlich: Zuerst taucht ein Kopfgeldjäger auf, der den eingangs Ermordeten sucht, dann macht die Schwester des Tipgebers Schwierigkeiten. Das alles saugt man förmlich in sich auf, nicht zuletzt weil Westlakes Dialoge zu den besten im Genre gehören.

[...diese und weitere Besprechungen finden Sie in www.westfaelische-rundschau.de]

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