Keine Namen.
Roman von Lucas Cejpek (2001, Sonderzahl).
Besprechung von W.P. aus Profil, Wien, 2001:

Kopfgeburt

Ein starker Beginn, ein schwacher Mittelteil, ein miserables Ende: Nur die ersten Seiten von "Keine Namen", dem mittlerweile vierten Roman des österreichischen Autors Lucas Cejpek, 45, entfalten eine Sogwirkung. Packend ist anfänglich, wie Cejpek von seinem Protagonisten, einem namenlosen Mitarbeiter des Innenministeriums, erzählt, wenn er gleichsam zu einer Reise in den verworrenen Beamtenschädel ansetzt und dessen Gedanken, Eindrücke und den unentwegten Redefluss minutiös seziert.

Der Rest des Romans kommt allerdings nicht vom Fleck, ist voll gestopft und verstellt mit hochgemotztem Zeug: "Nichts ist, wie es aussieht, und alles bedeutet etwas anderes." Die Erzählung pendelt unentschlossen zwischen Gangsterklamotte (der namenlose Erzähler dreht in seiner Freizeit krumme Dinger) und verunglückter Liebesgeschichte hin und her, in seminaristischen Solos und neunmalklugen Auftritten führt Cejpek die Geschichte mit Ach und Krach zu Ende. Überhaupt, das Ende! Unvermittelt und lustlos ist da nur noch von "Fut", "Arsch", "Titten", "Schwanz" die Rede.

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