Ich wollte nie so werden wie meine Mutter von Simone Schmollack, 2004, Schwarzkopf&SchwarzkopfIch wollte nie so werden wie meine Mutter.
Geschichten von Frauen zu einer besonderen Beziehung von Simone Schmollack (2004, Schwarzkopf&Schwarzkopf).
Besprechung von Ursula Silvester für die Rezensionen-Welt, 07/2004:

Simone Schmollack veröffentlicht mit diesem Buch Erzählungen über ein Thema, das alle Frauen (und vielleicht sogar einige Männer) betrifft: Frauen schildern ihr Verhältnis zu ihren Müttern, teilweise erzählen sie über erschütternde und tragische Erlebnisse.

Obwohl bekannt ist, dass viele Mütter nicht fähig sind, ihren Kindern genügend Wärme und Liebe zu geben, ist es doch sehr erschreckend, wie kaltherzig Frauen mit dem Leben, das sie geboren haben, umgehen können. Und zwar unabhängig von der sozialen Schicht.

Es ist aber auch schön, die andere Seite zu lesen: Kinder, die in der Gewissheit aufwachsen, geliebt zu werden; auch wenn in der Mutter-Tochter-Beziehung nicht immer alles perfekt läuft und obwohl natürlich jeder Mensch Fehler macht, ist doch die Liebe, die man seinen Kindern gibt, das wichtigste für eine gestärkte Persönlichkeit im weiteren Leben.

Leider befinden sich die positiven Erzählungen in der Minderheit gegenüber den Negativen, sodass dem Leser der Eindruck entsteht, dass der Großteil der Töchter aus belastenden Familienverhältnissen stammen – wollen wir hoffen, dass dem nicht so ist.

Schmollack zeigt in ihren Erzählungen, dass viele der Mütter, die ihre Gefühle nicht oder nur auf falsche Weise zeigen, selbst aus ihrer eigenen Kindheit psychisch vorbelastet sind. Sie macht jedoch auch deutlich, inwieweit die Mutter-Tochter-Beziehung auch in weiterer Folge die Ehebeziehungen der Töchter beeinflussen kann. Aber nicht nur das, auch die ganze Lebensweise ist Teil der Erziehung, die wir alle genossen haben.

Das Buch ist v.a. all jenen Müttern zu empfehlen, die selbst Schwierigkeiten haben, mit ihren Kindern offen umzugehen, da die Geschichten in besonderem Maße aufzeigen, wie die Töchter unter dieser fehlenden Nähe zur Mutter leiden.

[...diese und weitere Besprechungen finden Sie unter www.rezensionen-welt.de]

Leseprobe I Buchbestellung 0704 LYRIKwelt © Ursula Silvester