Heimkehr von Heinrich Peuckmann, 2010, Aschendorff1.) - 2.)

Heimkehr.
Roman von Heinrich Peuckmann (2010, Aschendorff Verlag).
Besprechung von Volker Stephan in der Westf. Rundschau, 16.06.2010:

Anselm Becker ermittelt in Unna

Ein Professor ist spurlos verschwunden, in der alten Heimatstadt Unna, kurz vor einem Vortrag. Jetzt rächen sich frühere Frauengeschichten, glaubt Anselm Becker. Nur widerwillig beginnt der Dortmunder Kommissar mit seinen Routineermittlungen in der Kreisstadt.

Aus dem Trott bricht der Kriminalpolizist aber bald heraus. Der vermisste Soziologieprofessor hatte sich bei seiner universitären Arbeit offenbar gefährliche Feinde gemacht: Er erforschte die regionale Neonazi-Szene.

In diesem Umfeld lässt Heinrich Peuckmann seine Romanfigur Anselm Becker ermitteln. Der Kamener Autor (60) schickt den Kommissar in dessen sechsten Fall bereits zum zweiten Mal nach Unna.

Der Buchtitel „Heimkehr“ lässt auch Rückschlüsse auf Peuckmanns eigene Vergangenheit zu. „Der Professor wird mit seiner Schulzeit in Unna konfrontiert, ich auch“, sagt Peuckmann, der selbst das damalige Aufbaugymnasium besuchte und gemeinsam mit Dieter Pfaff 1968 hier Abitur machte. Im Krimi wird die Verbindung des Professors zum Pestalozzi-Gymnasium thematisiert. „Ich setze auch Günther Heermann ein kleines literarisches Denkmal“, sagt Peuckmann mit Blick auf den ehemaligen, mittlerweile verstorbenen PGU-Direktor.

Peuckmanns Freude am Veröffentlichen ist ungebrochen. Neben der Becker-Reihe, die fast jährlich einen neuen Band hervorbringt, schreibt er Bücher, Hörspiele, Theaterstücke und Aufsätze. Ab Sommer 2011 wird er sich vermutlich noch mehr ums literarische Werk kümmern. Dann lässt sich der am Bergkamener Gymnasium arbeitende Pädagoge pensionieren.

Stolz ist Peuckmann darauf, dass sich allmählich eine Fangemeinde für die Figur Becker entwickelt. Der erste Band „Teufelszeug“ ist inzwischen vergriffen. „Alte Autoren“, zu denen sich Peuckmann zählt, haben offenbar ihr Publikum. Mit „alt“ meint der Kamener jene Schriftsteller, die politische und gesellschaftliche Themen aufgreifen. „Und die nicht nur fragen, ob der Gärtner der Mörder war.“

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Heimkehr von Heinrich Peuckmann, 2010, Aschendorff2.)

Heimkehr.
Roman von Heinrich Peuckmann (2010, Aschendorff Verlag).
Besprechung von Theo Körner in der Westf. Rundschau, 7.08.2010:

Entführung eines kenntnisreichen Wissenschaftlers
In seinem neuen Krimi verlässt Heinrich Peuckmann zeitweise die Pfade traditioneller Erzähltechnik und bleibt sich trotzdem treu

Wie wäre denn mal ein Krimi ohne Mord? Schließlich reichen doch auch eine Entführung und ein Opfer, das in Angst und Schrecken erstarrt, aus, um den Leser voller Spannung fragen zu lassen, wer als Übeltäter wohl in Frage kommt.

Über weite Strecken scheint sich Heinrich Peuckmann in seinem neuen Roman "Heimkehr" von dem typischen Muster eines Kriminalromans verabschiedet zu haben, doch ohne Leiche würde der Geschichte doch wohl das notwendige Quäntchen an Spannung fehlen.

So kommt es, wie kommen muss: Ein bekannter Soziologieprofessor, der nach vielen Jahren in seine Heimatstadt Unna zurückkehrt und prompt gekidnappt wird, ist völlig überrascht, als man ihn genau so plötzlich wieder freiläasst wie man ihn zuvor gekascht hat. Über seine Entführung möcte er lieber kein Wort verlieren, hält sich mit Aussagen gegenüber der Polizei zurück und geht davon aus, dass die ganze Aktion nur eine Episode aus einem schlechten Film war. Zwischen den Zeilen kann man erraten, dass der Wissenschaftler um die Identität der oder des Täter(s) weiß. Dass es da aber noch eine andere Person gibt, die ihm gefährlich werden könnte, will er nicht wahrhaben. Umso überraschender ist dann für ihn, weniger für den Leser, sein weiteres Schicksal.

Peuckmann bleibt in seinem sechsten Krimi sich treu. Seine Figuren pflanzt er mitten hinein in das östliche Ruhrgebiet und das südliche Münsterland. Die Schauplätze beschreibt er so detailgetreu, dass die fiktive Geschichte Bodenhaftung erlangt. Schließlich vermittelt der Roman auch die Erkenntnis, dass man vor der eigenen Vergangenheit nicht flüchten kann. Irgendwann holt sie einen ein - ohne Gnade.

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Leseprobe I Buchbestellung 1010 LYRIKwelt © Westf.Rundschau