Guuder Moond von Fitzgerald Kusz,2015, Ars VivendiGuuder Moond.
Haiku von Fitzgerald Kusz (2005,
ars vivendi, mit Illustrationen von Jonas Julius Kusz).
Besprechung von Frank Becker in Musenblätter vom 17.12.2015:

ä schduuckfinsdre nachd
mond, loumi ned allaa
hasd wohl aa inn blues?

hinderm moond lehm?
warum eingli ned?
vielleichd is des die rettung
Fitzgerald Kusz
 
Ich stelle mir manchmal Fitzgerald Kusz am Fenster einer romantischen Nürnberger Mansarde vor, wie er zu nächtlicher Stunde den Blick in die Ferne des Universums schweifen läßt und Zwiesprache mit dem Mond hält. Schließlich muß der Stoff für seine Mond- und andere Haikus ja irgendwo herkommen – und denken Sie zudem an sein Buch „Der Vollmond über Nämberch“, das sagt doch einiges.
Brandaktuell sind im Verlag ars vivendi zwei neue zauberhafte kleine Bändchen mit Haikus von Fitzgerald Kusz erschienen, die den Eindruck unterstreichen: „Schdernla“ und „Guuder Moond“. Also bitte sehr!
schau, dä vollmond!
obbä weid und breid ka hund
Wounern oobelld!
 
Fitzgerald Kusz´ ungemein kluge Dichtung in fränkischer Mundart und der Tradition des japanischen Haiku, der vermutlich kürzesten Gedichtform der Welt, weist ihn als, ja man darf das durchaus sagen, als weise aus. Die auf den kürzesten Nenner gebrachten Beobachtungen, gerne auch recht kritisch den erstaunlichen Zuständen unserer Gesellschaft gegenüber, drücken Skepsis, aber auch die Erkenntnis eigener Unzulänglichkeit aus. Da wird, wie der Verlag seine Haikus bewirbt „Mund-Art zu Mond-Art - poetisch, witzig, hintergründig“. Ja das kommt hin, nicht nur bei den vom Mond inspirierten Versen, denn Fitzgerald Kusz umreißt das ganze Spektrum des Lebens – seines, meines und bestimmt auch Ihres.
Dem Franken geht das leicht von der Zunge und ins Gemüt, der Nicht-Franke muß sich nur darauf einlassen, sich ein paar Haikus erst langsam, dann flüssig und auf jeden Fall laut vorlesen. Es ist erstaunlich, wie schnell man „drin“ ist.
vom schaddn aus zouschauä
wäi weiße schmeddäling durchn gaddnfläing:
su vägäihd dä juli in nu
 
Dann aber ist es Seite für Seite, Haiku für Haiku das reine Vergnügen, zum Schmunzeln, Lachen und auch ein wenig zum Grübeln. Man merkt den Texten auch die Liebe zur Musik, namentlich dem Blues und dessen König John Lee Hooker an – über die wunderbare Blues-CD „Krouhä“ habe ich Ihnen ja schon mal etwas erzählt.
Liebe Nicht-Franken, damit Sie jetzt keine abwehrende Geste machen, sei nach nachgeschoben, daß Fitzgerald Kusz den beiden Bändchen jeweils einen Anhang mit Übersetzungen der Mundart-Texte ins Hochdeutsche mitgegeben hat - sehr hilfreich. Ich kann Ihnen als Nicht-Franke diese beiden zauberhaften Bücher nur sehr ans Herz legen. Ich würde sie sogar als Geschenke in Betracht ziehen.
 
fräihä houi nie fräihä gsachd
häichsdens morng
ab haid soochi blouß nu haid

[...diese und weitere Besprechungen finden Sie unter Musenblätter]

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