Hier/Gestern.
Roman von Agota Kristof (1995/1998, Piper).
Besprechung von Marc Zitzmann in Neue Zürcher Zeitung vom 3.11.2001:

Einsamkeit, Exil, Entwurzelung
Zum Werk der Schweizer Schriftstellerin Agota Kristof

Die in Ungarn geborene französischsprachige Schriftstellerin Agota Kristof lebt seit 1956 in der Westschweiz. Ende der achtziger Jahre ist sie mit ihrer in mehr als zwanzig Sprachen übersetzten Romantrilogie über die Zwillinge Claus und Lucas bekannt geworden. Diesen Samstag erhält sie in Zürich den mit 25 000 Franken dotierten Gottfried-Keller-Preis der Martin-Bodmer-Stiftung.

«Je n'écris plus.» lautet der letzte Satz von Agota Kristofs bislang letztem Roman «Hier» (1995, dt. «Gestern», 1998). Wer die Autorin kennt, ihre seltenen Interviews gelesen oder Eric Bergkrauts Film über sie gesehen hat, weiss, dass die in Ungarn geborene Wahlschweizerin zwischen dem Leben und der Literatur kaum einen Unterschied macht. Das Ende vom Schreiben ist für sie gleichbedeutend mit dem Ende vom Leben. Demnach ist es kein gutes Ende, das Sandor Lester, der Held von «Hier», nach knapp 150 Seiten nimmt. Tagsüber die monotone Arbeit in der Uhrenfabrik, abends zwei Kinder am Hals und deren «exemplarische» Mutter . . . «Je n'écris plus.»...Fortsetzung

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