Gesammelte Novellen.
Novellen von Hartmut Lange (2002, Diogenes).
Besprechung von kru in Neue Züricher Zeitung vom 22.6.2002:

Tod und Enigma

Zum 65. Geburtstag des Berliner Schriftstellers Hartmut Lange legt der Diogenes-Verlag die «Gesammelten Novellen» des Autors in zwei schönen blauen Leinenbänden vor. Der Erzähler Lange pflegt einen bedächtigen Ton mit einer subtilen, fast versteckten Ironie; die Gegenwart des Todes spielt in vielen seiner Erzählungen eine dominante Rolle. In «Der Herr im Café» verliert der Held seine Freundin an einen mysteriösen Nebenbuhler, der sich als eine Art Todesengel entpuppt. In «Die Verteidigung des Nichts» fällt ein junger Italiener einer geheimnisvollen tödlichen Krankheit anheim; am Schluss geht der Vater mit ihm in den Tod. Das Enigmatische ist das Stilprinzip, das Lange benutzt, um seine Figuren in die Distanz zu rücken und zugleich beim Leser Spannung zu erzeugen. «Irrtum als Erkenntnis» ist der Titel eines Paperbacks, das den Essayisten Hartmut Lange vorstellt. Der Band enthält unter anderem die Poetikvorlesung «Meine Realitätserfahrung als Schriftsteller»: Lange zeichnet hier seinen Weg vom hoffnungsvollen proletarischen DDR-Nachwuchsautor zum autonomen, ideologiefernen Skribenten nach, der eher in die Fussstapfen Thomas Manns als in die eines Majakowski oder Gorki getreten ist.....Fortsetzung

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