1.) - 2.)

Gedankenverlorenes.
Gedichte von Marion Schmitt (2002, Helios-Verlag).
Besprechung von mt im Kölner Stadt-Anzeiger, Köln vom 7.12.2001:

DAS LEID VERARBEITET. ERSTE GEDICHTE IM KRANKENHAUS GESCHRIEBEN

Als ihr Bruder 1998 nach einem Verkehrsunfall schwer verletzt überlebte, seine Freundin hingegen starb, versuchte Marion Schmitt ihr Leid literarisch zu verarbeiten. Unter dem Titel „Der ganz alltägliche Wahnsinn" entstand eine Erzählung, die sich intensiv mit dem Unfallgeschehen auseinander setzte, Schließlich aber griff sie ihre Erzählung noch einmal auf und formte daraus einen Roman, in dem nun die Zeit nach dem Unfall geschildert wurde. Unter dem Titel "aber das Leben geht weiter" erschien dieses zweite Buch 2001 im Bastei-Lübbe - Verlag. Mit ihrem Lyrikband betritt Marion Schmitt Neuland. Ihre Gedichte wollen sich vorwiegend an Menschen richten, "die gerne nachdenklich sind, tief empfinden und nachempfinden können". Und wieder einmal war es der Schmerz, der Frau Schmitt dazu brachte ,_zum Stift zu greifen und schriftstellerisch aktiv zu werden. "Während der Krebskrankheit meiner Mutter, die lange Zeit in einer Lungenklinik dahinvegetierte, bis sie dort 63-jährig verstarb, schrieb ich meine ersten Gedichte", berichtete sie gestern in ihrem. Haus, in der Eifel. "Ich hatte mich vorher wenig mit Lyrik befasst und las auch während der Entstehungszeit meiner  Gedichte keine Arbeiten von anderen Autoren", so die gebürtige Kölnerin: "Ich wollte vielmehr von Anfang an eine eigene Sprache entwickeln und mich von niemandem beeinflussen lassen.“ (mt)

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2.)

Gedankenverlorenes.
Gedichte von Marion Schmitt (2002, Helios-Verlag).
Besprechung von Eberhard Hönig in der Kölnischen Rundschau, Köln vom 8.12.2001:

TIEF BEWEGENDES UMGESETZT

Wenn jemand Gedichte schreibt, die man nicht gleich aus der Hand legt, sondern sie noch einmal liest, dann ein wenig verweilt, nicht, weil man den Text nicht verstanden hat, sondern, weil er berührt, und dann noch einmal nach dem Büchlein greift, ist man sicher, dass der Verfasser etwas zu sagen hat und es ausdrücken kann. So ist es mit dem ersten Gedichtband, den Marion Schmitt im Helios -Verlag veröffentlicht hat. Er enthält rund 70 Gedichte, die Gedanken- und Erlebniswelt der Verfasserin so wiederspiegeln, dass sie das Persönliche nicht bloßlegen, sondern es so objektivieren, dass sich der Leser im Medium dieser Sprache wiedererkennen und mit der Gedankenwelt identifizieren kann... Der frühe Tod ihrer Mutter weckten das Bedürfnis, die sich aufdrängenden Reflexionen in eine sprachlich passende Form zu bringen. Und so entstand der Gedichtband "Gedankenverlorenes". Diese nun nicht verlorenen, sondern sprachlich fixierten Gedanken kreisen um Tod und Leben, Einsamkeit und menschliches Miteinander - also um das, was den Menschen, auch wenn er es nicht ausspricht, am tiefsten bewegt. Es sind  überwiegend reimlose Gedichte, die das Fühlen und Denken des Menschen in verständliche, einprägsame Bilder umsetzen. Sie sind nicht, wie es bei vielen modernen Lyrikern heute Brauch ist, in einem Metaphernsalat verschlüsselt....Die lesenswerten Gedichte werden durch Federzeichnungen ihres Mannes Jürgen Schmitt illustriert. (Eberhard Hönig)

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