Florida-Räume von Ann Cotten, 2010, Suhrkamp

Florida-Räume.
Buch von Ann Cotten (2010, Suhrkamp).
Besprechung von Lisa Spalt, 2010:

Sie lässt einen poetischen Mikrokosmos um die brodelnde Sonne eines Fehlers kreisen. Vielleicht denkt man unweigerlich an irgendwelche florierenden Bakterien, vielleicht sollen aus der Erkenntnis der angebeteten Fehler-Natur die neuen Statikerkenntnisse entwickelt werden, von denen im „Begleitschreiben“ des Buchs die Rede ist? Jedenfalls ist das Gebilde, das Ann vorstellt, ein Mobile, in dem unbekannte Kraftfäden Sprosse von Weisheit und Spam-artiges Möchtegern durcheinander tanzen lassen, dass man bewundern muss, wie alles den Eindruck erweckt, man erreiche ständig eine nächste Ecke eines Gangs oder einer Straße und biege nun ab – ohne aber über das Abgebrochene unbedingt zu trauern: Es bleibt auf der Karte und könnte wieder aufgenommen werden; es muss dennoch nicht: Wir haben bereits etwas mit unseren Sinnen schabloniert und können danach anders handeln. – Wenn Loos verlangte, dass Räume sich entwickeln, anstatt sich auf einmal durchschauen zu lassen, so schafft Ann das poetisch mit zwei hübsch auf Links gekrempelten Plastilinhänden. Und wenn sie von den Geheimnissen spricht, welche die Poesie der Welt zurückgeben müsste, kann man froh sein: Sie meint, so sie die verwinkelten Ecken ihrer Texte damit beschreibt, nicht unbedingt, dass uns ein selbst ernannter Priester den Gaukel machen soll. Das Geheimnis: eine zerbrechliche, zellophane, prosaische Ordnung, die Abermillionen von kleinen, aber festen Erkenntnissen in ihren Adern aufbewahrt … Lesen!

[...diese und weitere Besprechungen finden Sie unter www.lisaspalt.info]

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