Fliegendes Volk.
Kurzprosa von Hans-Karl Graf (2006, Stutz Verlag).
Besprechung von Za aus den Nürnberger Nachrichten vom 30.12.2006:

Florfliege als Serienkillerin
Kurzer Blick ins Insekten-Reich

Die „Wunder“ der Natur als Gleichnisse des ewigen Kampfes und der steten Erneuerung sind seit jeher ein beliebtes literarisches Thema. Eine behutsame und zeitgemäße Fortführung jener Tradition wagt nun der fränkische Autor Karl-Hans Graf, dessen neuestes Büchlein dem „fliegenden Volk“ der Vögel und Insekten gewidmet ist.

Graf beweist Humor und Fantasie, aber auch ein beeindruckendes Wissen. Er berichtet von den „zügellosen Küssen und blutigen Bissen“ einer langbeinigen Geliebten, welche sich schließlich als Stechmückenweibchen entpuppt, und „entlarvt“ die Florfliege als Serienkillerin mit besonders ausgeklügelter Mordmethode. Der Leser erfährt, dass das (Fledermaus-) „Teufelchen“ auffallend gern in Kirchtürmen haust, und dass Alpendohlen eigentlich „gefallene“ Engel sind. Graf erfindet Künstler-Krähen, die Gemälde im Stil des abstrakten Expressionismus kreieren, und die Kiebitze verwandeln sich in Landsknechte mit Federn am Hut, in Gruppen angetreten, um unermüdlich der Willkür des Wetters zu trotzen.

Grafs Texte bestehen aus kurzen, spitzen Gedankensplittern und Sprachbildern mit allerlei Ecken und Kanten, die ihm von überallher „zugeflogen“ sind und deren wahres Gewicht der Leser oft erst nach wiederholter Lektüre realisiert.

[...diese und weitere Besprechungen finden Sie unter Nürnberger Nachrichten]

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