Feldarbeit.
Gedichte von Petr Borkovec (2001, Edition Korrespondenzen - Übertragung Christa Rothmeier).
Besprechung von Ilma Rakusa in Neue Züricher Zeitung vom 1.11.2001:

Alphabete der Stille
Lyrische Entdeckungen aus Ostmitteleuropa

Während grosse Verlage mehr und mehr das Risiko scheuen, sogenannte schwierige Literatur zu veröffentlichen, und auf Mainstream, sprich Gutverkäufliches, setzen, entstehen Nischenverlage, deren Ehrgeiz just darin besteht, sich um Entlegenes, Untrendiges zu kümmern. Zu einer dieser löblichen Neugründungen gehört die Edition Korrespondenzen des Wieners Franz Hammerbacher, der schon mit seinem ersten Programm hohe inhaltliche und gestalterische Qualität beweist und ein klares Verlagsprofil erkennen lässt. Zu entdecken sind hier poetische Texte im besten Sinne des Wortes: von Judith Herzberg, Kurt Drawert, Franz Weinzettl, vor allem aber von Dichtern aus Ostmitteleuropa, die sich im deutschen Sprachraum erst wenig Gehör verschaffen konnten.

Verwandte und zugleich andere Töne schlägt in der Sammlung «Feldarbeit» Petr Borkovec (Jahrgang 1970) an, Dichter, Übersetzer und Kulturredaktor in Prag, von dem auf Deutsch bereits zwei Auswahlbände («Aus drei Büchern», «Überfuhr») als bibliophile Drucke bei Christian Thanhäuser erschienen sind. Borkovec pflegt eine leise, strenge Diktion, die sich am Neoklassizismus eines Chodassewitsch und Brodsky orientiert. Seine kunstvoll gereimten Gedichte - häufig Sonette - gleichen Stillleben, prekären Momentaufnahmen, in denen sich Aussen und Innen kurzschliessen.....Fortsetzung

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