Faustrecht.
Roman von Gert Ledig (2001, Piper TB).
Besprechung von gepa in der Stuttgarter Zeitung vom 22.8.2003:

Brutal

Hat da mal jemand geschrieben, es gäbe keine Literatur von Deutschen über den Krieg? Gert Ledig schrieb in den fünfziger Jahren von Krieg und Nachkrieg. Brutal und knapp wie die Sprache sind bei ihm auch die Beziehungen. München ist ebenso kaputt wie seine Bewohner, die in Ruinen wohnen und nur noch Ruinenliebe kennen; Rob und Edel, Olga und Katt. Beide arbeiten auch als Prostituierte. Und dann taucht Hai wieder auf und organisiert einen Überfall auf einen Militärjeep. Rob wird angeschossen, es gibt keine Medikamente, der Apotheker sagt: "Wir haben den Krieg verloren, wussten Sie das nicht?" Hai dreht immer wieder den Gashahn auf, um sich der Mitwisser zu entledigen, Rob dreht ihn immer wieder zu. Am Ende geht Olga mit einem Soldaten nach Amerika. Kein Wunder, dass diese Trostlosigkeit damals niemand lesen wollte. Nach diesem Misserfolg schrieb Ledig nur noch einen Roman, gleich für die Schublade.

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