Falsche Fragen von Kirsten Breitenfellner, 2007, Skarabaeus-VerlagFalsche Fragen.
Roman von Kirstin Breitenfellner (2006, Skarabaeus-Verlag).
Besprechung
von Elisabeth Mayerhofer aus Rezensionen-online *bn*:

Zwei Frauen, zwei konträre Weltanschauungen, jede Menge Polaritäten. (DR)

In ihrer Jugend war Maya das ausgeflippteste, unkonventionellste Mädchen, das Teresa, ihre beste Freundin, kannte, lebensfroh und Genüssen jeder Art nicht abgeneigt. Dann kam die Kehrtwendung und Maya schien mit einem Mal gefunden zu haben, wonach jede Person strebt. Seit ihrer Eheschließung huldigt sie dem Gipfelkult. Sie ist ihrem Mann ins Bergland gefolgt und hat ihr Leben längst den Göttern überantwortet. Ihr Alltag ist von spirituellen Sitzungen und strengen Ritualen geprägt. Im Bemühen darum, das kosmische Licht zu empfangen, hat sie irdischen Begierden abgeschworen, führt nun ein Leben in Askese und wirkt nach außen hin rundum zufrieden. Teresa ist nach wie vor den Werten der Wohlstandsgesellschaft verhaftet. Als sie nach Jahren Maya wieder trifft, regen sich in ihr Zweifel an der Richtigkeit der eigenen Lebensführung. Ihr Dasein erscheint ihr in Anbetracht von Mayas ausgefülltem Alltag farblos und sinnlos.

Von Anfang an schräg, aber nachvollziehbar erzählt, wird der Handlungsverlauf zunehmend verstrickter und bringt immer subtilere Formen von Mayas Gläubigkeit aufs Tapet, eingebettet in den profanen Hintergrund von Teresas europäischem Berufs- und Privatleben. Nach und nach geraten alle beteiligten Personen in Beziehung zueinander, die die Konzentration der LeserInnen beträchtlich fordern. Aus weltanschaulicher Sicht eine interessante Kreation, erzähltechnisch anspruchsvoll bis mühsam.

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