Ein und Aus.
Erzählungen von Ewart Reder (2005, Axel Dielmann Verlag).
Besprechung von Gerd Berghofer aus den Nürnberger Nachrichten vom 9.07.2005:

Eine Schöpfkelle in das Leben tauchen
Ewart Reders Buch „Ein und Aus“

Eine Schöpfkelle ins Leben tauchen, kleine Welten damit herausfischen und diese in annähernd zwanzig Erzählungen und Kurzgeschichten beschreiben. Das tut Ewart Reder mit seinem Buch „Ein und Aus“. Da finden sich die 70er Jahre, wo die „Ein“-kehr einer Jugend ins Leben stattfindet. Auf der Suche nach sich selbst ist diese Generation, die dabei von einer absurd wirkenden Umwelt umsponnen ist.

Reder schreibt spritzig, er schwafelt nicht, seine Geschichten hinterlassen beim Leser keine Irritation, sondern ein Gefühl der Verlässlichkeit, denn er spielt mit Bekanntem, das dann aber doch irgendwie fremd scheint. Reders Schilderungen atmen, sie verfügen über eigenes Leben, pulsieren von Zeile zu Zeile, was für Kurzweil sorgt. Dabei verwendet er eine bisweilen sehr poetische, trotz aller Modernität durchweg auf hinreißendem Niveau gehaltene Sprache; in der Geschichte „Paris inter Pares“ heißt es zum Beispiel, „sich an dem Satz entlang drücken wie an einem Gartenzaun, den man nach einer verbotenen Öffnung absucht, wollte man das Gefühl haben, den Satz zu verstehen.“ Diese Geschichte gehört zu den besten des in die Kapitel „Ein“, „Interload“ und „Aus“ eingeteilten Buches. Die letzte Überschrift führt in Versuchung, daraus „Aus der Traum“ zu machen. Denn genau darum geht es. Hier finden sich die Menschen auf dem Boden der Tatsachen zurück - im Heute, im Jetzt. Wunderbar daran ist, dass sie am Ende - Reder ist nicht zimperlich mit seinen Figuren - nicht in den großen Katzenjammer verfallen und über das Elend der Welt herziehen oder gar verzweifeln, im Leser womöglich an das Mitleid appellieren, sondern gefasst und mutig, mitunter sogar kühn, reagieren. Solche Bücher brauchen wir in diesen Tagen!

[...diese und weitere Besprechungen finden Sie unter Nürnberger Nachrichten]

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