Ein Mann der schläft von Georges Perec, Manholt-Verlag / dtvEin Mann der schläft.
Roman von Georges Perec (2001, Manholt/2002, dtv - Übertragung
Eugen Helmlé).
Besprechung aus pms aus der Frankfurter Rundschau, 27.7.2002:

Ausgesetzes Leben

Stille. Schweigen. Du bist allein. Das ist das Experiment, in das sich ein französischer Soziologie-Student begibt. Das Nichts leben. Sich von der Welt absondern. Die totale Einsamkeit, in der du dich selbst nicht mehr "ich", sondern "du" nennst, suchen. Dein eigener Zuschauer sein. Eben noch hat sich der Student in seiner Pariser Dachkammer auf das Examen vorbereitet. Allein: Er geht nicht hin. Lässt den Wecker klingeln. Bleibt in seinem Zimmer. Ignoriert das Klopfen seiner Mitstudenten. Isoliert sich, seziert sich, sieht sich zu. "Dein Zimmer ist die schönste aller einsamen Inseln, und Paris ist eine Wüste, die nie jemand durchquert hat." Georges Perecs jetzt neu als Taschenbuch aufgelegter Roman Ein Mann der schläft ist ein Traktat über das Ich ohne die anderen. Mit ruhigen, fast gebetsartigen Sätzen zieht der Namenlose die Leser mit in seine selbstgewählte Wahnsinnswelt. Lässt es sich aufgeben, das Leben, ohne sich umzubringen? Das Experiment endet irre. Ein Buch, das ganz ruhig macht. Und gleichzeitig immer beunruhigender wirkt. Groß und verrückt.

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