Easter Parade von Richard Yates, 2007, DVAEaster Parade.
Roman von Richard Yates (2007, DVA - Übertragung Anette Grube).
Besprechung von Franz Holztrattner aus Rezensionen-online *bn*, 02/2007:

Über Hoffen und Scheitern der amerikanischen Mittelklasse. (DR)

Richard Yates war im letzten Jahrzehnt eine der bedeutendsten Wiederentdeckungen der amerikanischen Literatur. Yates wurde 1926 geboren und starb nach einem relativ unsteten, von Alkohol und Nikotin geprägten Leben im Jahr 1992, damals vergessen; nun bemerkt man, wie präzise er den Alltag, die Hoffnungen und vor allem das Scheitern des amerikanischen Mittelstandes beschrieben hat. "Easter Parade" handelt von den Schwestern Sarah und Emily Grimes, welche zwei Facetten dieses Scheiterns vorführen. Sarah heiratet jung und bekommt drei Söhne; ihr vordergründig glückliches Familienleben zerbricht an der Gewalttätigkeit ihres Mannes und an ihrem Alkoholismus. Emily, die Intellektuellere der beiden, studiert und macht zunächst Karriere in der Werbebranche. Sie stürzt sich von einer Affäre in die nächste und merkt am Ende, arbeitslos geworden und verlassen, wie einsam sie eigentlich ihr ganzes Leben war. Es bleibt Hoffnungslosigkeit, geprägt vom Alkohol; dieser ist einer von vielen autobiografischen Aspekten im Roman. Yates´ Beschreibungen sind realistisch und bedrückend, er schreibt routiniert und flüssig, das Buch ist "leicht lesbar". Genau aus diesem Grund kann ich in den Chor der Yates-Verehrer nicht kritiklos einstimmen: Bei aller präzisen Beschreibung ist alles leicht vorhersehbar; die Suada der Vergeblichkeit scheint den Autor förmlich zu überschwemmen. Ich empfehle den vorliegenden Roman nur mit Einschränkungen.

[...diese und weitere Besprechungen finden Sie unter WOZ Die Literaturdatenbank des Österreichischen BibliotheksWerks - Medium]

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