Dunkles Bild von Peter Schünemann, 2005, HanserDunkles Bild.
Drei Erzählungen & ein Essay von Peter Schünemann (2005, Hanser).
Besprechung von kru in Neue Zürcher Zeitung vom 24.9.2005:

Expressives

«Aufbruch ins Schweigen» überschreibt der inzwischen 75-jährige Dichter Peter Schünemann einen Aufsatz, in dem er Wolfgang Koeppens geistigen Verwandtschaften nachspürt, von Kleists Syntax, die einem «Lavastrudel» gleiche, bis hin zu den Expressionisten Trakl, Heym und Benn, denen ihrerseits von Rimbaud und Baudelaire das Feld abgesteckt worden sei. Eine Fülle von Interferenzen formaler und inhaltlicher Art zeigt Schünemann auf wenigen Seiten auf und rückt Koeppens spätes Fragment «Jugend» in den Mittelpunkt, als einen Versuch, «zu den Vergessenen des deutschen Expressionismus [. . .], bis in ihre Sprache hinein, zurückzukehren». Die «Trümmer- und Katastrophenstätte» des 20. Jahrhunderts wird zum Brennpunkt dieser insistierenden Literaturdeutung. Der Band «Dunkles Bild» enthält aber auch drei Prosatexte Schünemanns, ungemein dichte, dem Lyrischen nahestehende Erzählungen – die längste handelt vom Sterben Büchners im Februar 1837 –, die wiederum ihre Nähe zu einer expressiven Ästhetik nicht verleugnen, ohne je epigonal zu wirken. So die faszinierende Titelgeschichte: Sie erzählt von einem Maler, einem Kind und einem entstehenden Werk, in einer düsteren, klammen, apokalyptischen Atmosphäre angesichts der permanenten Bedrohung durch den Tod.

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