Das dramatische Werk in sieben Bänden.
Dramen von Slavomir Mrozek (2000, Diogenes).
Besprechung von Ulrich M. Schmid in Neue Züricher Zeitung vom 4.01.2002:

Ortsgespräche
Dramatiker Slavomir Mrozek: «Ich habe nie versucht, lustig zu sein»
Der polnische Schriftsteller Slavomir Mrozek gehört zu den wichtigsten lebenden Theaterautoren. Weltweite Berühmtheit erlangte er mit seinen Dramen «Tango» (1964) und «Emigranten» (1974). Kürzlich war Mrozek in Zürich bei seinem Verleger Daniel Keel, mit dem ihn auch eine persönliche Freundschaft verbindet.
Seine siebzig Jahre sieht man Slavomir Mrozek nicht an: In den Haaren lässt sich erst ein grauer Schimmer ausmachen, und die kontrollierte Vorsicht seiner Bewegungen ist keine Folge des Alters, sondern Ausdruck eines generellen Vorbehalts, den er gegenüber der fragilen Realität dieses Lebens hegt. Dasselbe gilt für seine Sprache: Mrozek wägt jedes Wort sorgfältig ab, bevor er es in die Unwiderruflichkeit des Gesagtseins entlässt. Damit unterstreicht er, dass sich die prinzipielle Weltfremdheit des Menschen in der prekären Unbenennbarkeit der Dinge spiegelt. Trotzdem hat der polnische Dramatiker immer wieder versucht, dem Leben mit Texten beizukommen. Im Theaterstück «Der Vertrag» (1985) wird etwa ein nobles Schweizer Hotel am Genfersee zur Daseinsmetapher. Man hat sich als Gast im eigenen Leben möglichst bequem eingerichtet, und plötzlich wird man vom Ennui gepackt: Der Protagonist heuert einen Killer an, der ihn umbringen soll. Allerdings erweist sich im «Vertrag» auch die menschliche Willensfreiheit als Illusion: Die Folgen jedes planenden Handelns sind unabsehbar. Ein Herzinfarkt vereitelt das makabre Geschäft des Todes auf Bestellung - paradoxerweise durch die Erfüllung des Auftrags
....Fortsetzung

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