Die Westentaschenvenus.
Roman von Verena C.Harksen (2001, Argon).
Besprechung von san aus der Frankfurter Rundschau, 13.11.2001:

Verena C. Harksen: Die Westentaschenvenus

Wer hätte gedacht, dass der Aldi-Markt in der Frankfurter Raimundstraße einmal zu literarischen Ehren kommt? In dem Roman Die Westentaschenvenus von Verena C. Harksen spielt er eine Hauptrolle; denn dort nimmt die ganze Geschichte ihren Anfang. Die Buchhändlerin Sophia Dukatis und die Gräfin Anna Eleonora della Roccarossa, beide Fan eines bestimmten Tomatensaftes, stoßen aus Versehen vor dem Markt zusammen. Die gerade gekauften Tomatensaftpackungen platzen. Nach kurzem Schreck und vielen Entschuldigungen beschließen die beiden Frauen, zusammen Kaffee trinken zu gehen. Sie finden sich immer sympathischer.

Durch die Begegnung mit Anna wird die Welt der eher zurückgezogen lebenden Buchhändlerin, die vor nicht allzu langer Zeit vom norddeutschen Flachland in die große Stadt gekommen ist, ziemlich durcheinander gewirbelt. Nach einem etwas schwerfälligen Einstieg beschreibt die in Frankfurt lebende Autorin immer temporeicher und unterhaltsamer, was Sophia so alles passiert, bis sich die Geschichte zu einem Happyend für die Westentaschenvenus fügt. Zum Personal des Romans gehören nicht nur Gräfin nebst Gatte, sondern auch ein Klempner mit Doktortitel, ein schwuler Charmeur, die Ginnheim Gangstas, eine intrigante Buchhandelskollegin und ein etruskischer Bluthund-Welpe namens Pomponia. Wer Daily Soaps mag, wird auch seinen Spaß an dem Buch von Harksen haben.

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