Die QWanne des Archimedes von Daniil Charms, 2006, Edition KorrespondenzenDie Wanne des Archimedes.
Gedichte von Daniil Charms (2006, Edition Korrespondenzen - Übertragung
Peter Urban).
Besprechung von
aky in Rheinischer Merkur, 30.11.2006:

Gegen die Langeweile

Manche Geburtstagsgeschenke brauchen etwas länger, sind aber dafür umso schöner und umso ergiebiger. Wie etwa diese vom bewährten Übersetzer Peter Urban gut ins Deutsche übertragene umfangreiche Auswahl der Poeme Daniil Charms'. Am 17.Dezember 1905 in St. Petersburg geboren, war Charms, der eigentlich Juwatschew hieß, unter dreißig Pseudonymen veröffentlichte und die Kombination aus „Charme“ und „harm“, englisch für Qual, als Nachname annahm, der verspielteste Avantgardeautor der frühen Sowjetunion. Sein Ziel war „die Provokation, der Kampf gegen den gesunden Menschenverstand und gegen die Welt des Mittelmaßes, der Langeweile und der aufgeblasenen Solidität“ (Charms). Seine Lyrik zeigt in dieser sorgfältig gestalteten Ausgabe die Entwicklung von den absurd-dadaistischen frühen Arbeiten, in denen die Welt kopfsteht, über einen eigenwilligen Futurismus bis zu den späten intim-philosophischen Langgedichten. Sozialistisch war nichts bei ihm und stetes Hintergrundrauschen der Terror des Stalinismus, der auch Charms verschlang. Er verhungerte 1942 in der Leningrader Gefängnispsychiatrie.

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