Die Währung der Wörter von Ludwig Verbeek, 2010, Horlemann1.) - 2.)

Die Währung der Wörter.
Gedichte von Ludwig Verbeek (2010, Horlemann Verlag).
Besprechung von Jochen Arlt,
2010:

Währung für die Ewigkeit
Ludwig Verbeeks beispielgebender jüngster Gedichtband

Dort diese außergewöhnliche Art, das Sinnliche zu interpretieren und transportieren. Hier philosophische Monologe, eng mit realistisch wie expressionistisch gemaltem Alltäglichen verknüpft. Zudem, keineswegs am Rande, das Magische der feinen Zeichnung und gleichzeitig die Kraft der Imagination.
Die lyrische Stimme reflektiert Orte wie Momente, Religiöses wie Künstl(er)isches oder scheinbare Marginalien als Beobachtung des Elementaren. Die lyrische Stimme weiß von Sprachlosigkeit und Hoffnung und Zweifel, offeriert sich abwechselnd in der Reihung klarer als auch paradoxer Formulierungen.
„Die Währung der Wörter“ – so stabil, so zeitlos in einer, versteht sich, äußerst
persönlichen Modulation mit höchst sensibler Empathie. Eine an Funden so reiche Sprache mit vollendeten poetischen Techniken, in denen Wort, Bild, Metrum zugleich Mittel wie Symptome eines wegweisenden Sehens und gleichermaßen Kompass sind.
Poetiken von Rang. Durchweg. Zitate verbieten sich. Hieße das doch, ein Gedicht oder eine Strophe anderen bedeutenden, zum Beispiel, Metaphern oder präzis geschnittenen Haikus voranzustellen. Hans Magnus Enzensberger konstatierte im übrigen längst richtig, dass Gedichte längere Beine haben als alles, was man über Gedichte sagen kann. Sicher, dass jeder aufmerksame Rezipient dies bestätigen wird. Und der Horlemann-Novität sei eine – wenigstens – fünfstellige Leserzahl gewünscht für  d e n  Gedichtband des noch verhältnismäßig jungen Jahres 2010.
Denn Ludwig Verbeek (71), von dessen vorläufigem opus summum die Rede ist, hat vom Rheinland aus eine schöpferische Währung für die Ewigkeit geschaffen. Beispielgebend. Beispiellos.

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Die Währung der Wörter von Ludwig Verbeek, 2010, Horlemann2.)

Die Währung der Wörter.
Gedichte von Ludwig Verbeek (2010, Horlemann Verlag).
Besprechung von Wolfgang Kubin
in ORIENTIERUNGEN, Zeitschrift zur Kultur Asiens, 1/2011:

Ludwig Verbeek ist einer der wortgewaltigsten deutschsprachigen Dichter.
Leider haben das bislang nur wenige gemerkt, doch wer ihn einmal in Bonn hat rezitieren hören, weiß: Der Mann ist ein Vulkan.

Mit Die Währung der Wörter legt der Wahlbonner seinen zehnten Gedichtband vor, und auch diejenigen, die sich nur mit chinesischer Literatur beschäftigen, sollten aufmerken, denn es gibt im 20. Jahrhundert und später nur wenige chinesische Dichter, die sagen können: Wir haben mehr als ein halbes Dutzend Gedichtbände herausgebracht. So gesehen ist Nachdenken über Deutschland auch immer ein Nachdenken über China.

Was Ludwig Verbeek so besonders macht, sind seine Form und der Rhythmus. Gegenwärtige Dichtung kommt oftmals noch gestaltlos daher: Wir erkennen keinen Rhythmus, keinen Reim. Aber hier haben wir beides: den starken Rhythmus und vor allen Dingen den Stabreim. Ludwig Verbeek, das ist Form. Aber das ist auch die Frage nach der Sprache, die Frage nach dem, was zu sagen überhaupt möglich ist. Beispielhaft ist so gesehen das Gedicht »Sprache« auf Seite 12. Sprechen ist schwierig oder unmöglich. Dasselbe gilt für viele Gedichte, doch dieses Weiterschreiben sollte ein Signal sein für all die Müden, die sich vorfristig mit wenig verabschieden. Etwas, was insbesondere auf China zutrifft.

So wie ein Fußballspiel in der 89. Minute verloren sein kann, so mag es doch in der 91. Minute 2: 1 gewonnen sein. Nicht anders sind die Dichter, nicht anders ist Ludwig Verbeek, der aus dem Schweigen Lava sprüht und uns so sagt, daß Sprache, dichterische Sprache, allen Widerständen zu  Trotz möglich ist.

[...diese und weitere Besprechungen finden Sie unter ORIENTIERUNGEN - Zeitschrift zur Kultur Asiens]

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