Die sterblich Verliebten von Javier Marías, 2012, S. FischerDie sterblich Verliebten.
Roman von Javier Marías (2012, S. Fischer - Übertragung Susanne Lange).
Besprechung von Jens Dirksen aus NRZ vom 23.2.2012:

Javier Marias: Liebeskrimi voller Wendungen

Spätestens seit das "Literarische Quartett" selig seinen Roman "Mein Herz so weiß" erst in den Himmel und damit auch in die Bestsellerlisten hob, ist Javier Marfas auch ein deutscher Autor. Doch selten kam er in jüngster Zeit so spanisch daher wie mit seinem neuen Roman "Die sterblich Verliebten", der heute erscheint.

Die Heldin des Romans, Maria, wird sich eines Tages in einen Javier verlieben, aber das ist nur ein Scherz am Rande - es geht um eine unglückliche Liebe und einen gewaltsamen Tod, bei dem mehr und mehr die Frage aufkeimt, ob es sich um einen absichtsvollen Mord handelt. Hat Javier etwas damit zu tun? Er vertreibt sich das Warten auf die Witwe, in die er veriebt ist, damit, dass er dem Begehren Marias nachgibt, die wiederum in ihn verliebt ist und immer unglücklicher wird.

Am Ende spielt der Zweifel die Hauptrolle in diesem Roman, der auch an der Durchschaubarkeit der Welt zweifelt, ohne vollends zu verzweifeln. Passagen voller Gedanken, die sich in den handelnden Personen mehrfach spiegeln, bereiten stets auf die nächste Wendung des Krimis vor, der dem Ganzen eigentlich zugrundeliegt.

Es sind Alltagswahrheiten, die Marías hier zur Sprichwortreife bringt, aber eben stets mit Zweifeln durchsetzt, die zumindest kurz annehmen lassen, auch das Gegenteil könnte wahr sein. Das Ganze ist, von der Frühstücksbar bis zu den taxierenden Männerblicken, atmosphärisch hochverdichtet - spanisch eben. JD

[...diese und weitere Besprechungen finden Sie unter www.nrz.de]

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