Die Reisen des Herrn Baldassare.
Roman von Amin Maalouf (2001, Insel).
Besprechung von sy in der Frankfurter Rundschau, 1.12.2001:

In Angst und Flamme

Die Welt wird untergehen, meinten die einen. Der Ausfall von Computern mindestens zum Chaos führen, glaubten die anderen. Es ist noch gar nicht lange her, da wurde für den Schritt ins Jahr 2000 Schreckliches prophezeit. Alles schon mal dagewesen: Zwar gab es im 17. Jahrhundert noch kein world wide web, doch viele Menschen waren damals überzeugt, dass mit dem Jahreswechsel 1665/66 die Welt untergeht. Schon allein, weil die lateinische Zahlenfolge MDCLXVI alle Ziffern einmal enthält - die Zeit somit also vollendet wäre. In diese nervösen Monate führt der kluge Roman von Amin Maaloufs, eines in Frankreich lebenden Libanesen. Er erzählt mit der Stimme des vielreisenden Händlers Baldassare, eines besonnenen, gebildeten Mannes. Der freilich bald darum kämpfen muss, inmitten der steigenden Hysterie einen kühlen Kopf zu bewahren. Und muss schließlich um sein Leben bangen - so, als er zufällig Zeuge des großen Brandes von London wird und erkennt: "Es ist nicht gut, ein Fremder zu sein, wenn eine Stadt in Flammen steht."

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